Demonstrationen in Solidarität mit der Rebellion nach dem Mord an Daunte Wright durch die Polizei wachsen trotz Ausgangssperre und Nationalgarde

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Von It’s Going Down

Am Sonntag, den 11. April, kam es im Minneapolis-Vorort Brooklyn Center zu einer Rebellion, nachdem ein Cop Daunte Wright, einen 20-jährigen Schwarzen Mann, während einer Verkehrskontrolle erschossen hatte. Wrights Mutter berichtete, dass er sie während der Kontrolle angerufen hatte und behauptete, dass er angehalten wurde, weil sein Lufterfrischer angeblich seinen Rückspiegel verdeckte. Die Polizei versuchte dann, Wright aufgrund eines aktiven Haftbefehls zu verhaften, weil er vermeintlich nicht einer kürzlich vom Gericht erlassenen Zoom-Aufforderung in Bezug auf unbezahlte Gebühren von nur ein paar hundert Dollar nachging. Anwohner_innen, Freund_innen und Familienangehörige von Daunte versammelten sich schnell an dem Ort, an dem er getötet wurde und zerstörten Einsatzfahrzeuge, die auf der Straße standen, während sich die Bereitschaftspolizei versammelte und Pfefferspraygeschosse in die Menge schoss. Hunderte versammelten sich dann aus Protest vor dem Polizeirevier, nur um mit einer Salve von Geschossen und „nicht-tödlichen“ Waffen empfangen zu werden.

Anschließend kam es zu Plünderungen in verschiedenen Strip Malls und Firmengeschäften, die sich dann in Minneapolis und St. Paul ausbreiteten, wie ein lokaler Nachrichtenreporter berichtete. In Brooklyn Center wurden 20 Geschäfte geplündert, in Minneapolis 24 und in St. Paul 8. Auf Twitter schrieb ein lokaler Reporter: „Minnesotas fünf Staatsbeamt_innen genehmigen schnell und einstimmig Gouverneur Tim Walz‘ nächtliche Ausgangssperre für vier Bezirke“, da die Staatsbürokrat_innen Angst vor einer Wiederholung des Sommeraufstandes von 2020 bekamen.

Die New York Times berichtet:

„Der Cop, der Daunte in einem Vorort von Minneapolis am Sonntag tötete, tat dies versehentlich, sagten Beamt_innen am Montag und veröffentlichten ein Körperkameravideo, das zu zeigen schien, wie der Cop „Taser!“ rief, bevor die Waffe abgefeuert wurde.

„Ich glaube, dass die Beamtin die Absicht hatte, ihren Taser einzusetzen, aber stattdessen Mr. Wright mit einer einzigen Kugel erschossen hat“, sagte Chief Tim Gannon vom Brooklyn Center Police Department über die Erschießung von Daunte Wright, 20, während einer Verkehrskontrolle am Sonntag. „Nach dem, was ich gesehen habe, und der Reaktion der Beamtin und ihrer Verzweiflung unmittelbar danach, scheint es sich um eine versehentliche Entladung zu handeln, die zu einem tragischen Tod von Mr. Wright führte.“

Trotz der Versuche der Polizei, die Tötung von Wright als Unfall darzustellen, hat seine Mörderin, Kim Potter, „seit fast 25 Jahren für die Abteilung gearbeitet und ist Präsidentin der Brooklyn Center Police Officer’s Association. In dieser Rolle hat sie andere Beamt_innen vertreten, die in tödliche Schießereien verwickelt waren.“

Am Montag rief Präsident Biden zur „Ruhe“ auf und dazu, dass die Menschen nicht „zur Gewalt greifen“, und erklärte, dass die Menschen dem System erlauben sollten, sich selbst zu untersuchen. Die Erschießung von Daunte Wright fand nur wenige Meilen von dem Ort entfernt, wo der Prozess gegen den Polizeibeamten Derek Chauvin aufgrund des brutalen Mordes an George Floyd stattfindet, dessen Ermordung in Minneapolis Ende Mai einen landesweiten Aufstand auslöste, der zu weit verbreiteten Ausschreitungen, gezielten Zerstörungen von Polizeirevieren, Autos und Regierungsgebäuden sowie zu weit verbreiteten Aneignungen von Gütern führte.

Seit dem Aufstand haben die Eliten beider Parteien die Repression verdoppelt und grundlegende Reformen, die die Polizei entmilitarisieren würden, rundheraus abgelehnt. Präsident Biden hat mehr Mittel für die Polizei gefordert, während Republikaner_innen wie Tom Cotton auf Twitter argumentiert haben, dass „wir ein großes Problem mit zu wenig Inhaftierung in Amerika haben“ und dabei die steigenden Kriminalitätsraten anführen, die seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise zu Beginn der COVID-19-Pandemie zugenommen haben.

Angesichts der Massenmobilisierung hat der Polizeistaat sowohl in seiner neoliberalen als auch in seiner Trump’schen Variante signalisiert, dass er seine Bemühungen, dem Widerstand der Arbeiter_innenklasse und der wachsenden Ungleichheit mit einfach noch mehr Repression zu begegnen, einfach verdoppeln will.

Solidaritätsdemonstrationen

Seattle, WA: Mahnwache und Marsch führt zu Zusammenstößen mit der Polizei, zerbrochenen Fensterscheiben und Graffiti-Parolen, die geschrieben werden, als die Menge in Solidarität mit der Rebellion in Brooklyn Central und Daunte Wright auf die Straße geht.

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https://t.co/vjlbpMGT3L

Portland, OR: Hunderte hielten in der ganzen Stadt Mahnwachen ab, bevor sie auf die Straße gingen und mit den Ordnungskräften zusammenstießen. Einem Bericht zufolge:

„Am 12. April fanden in Portland drei Mahnwachen statt, um um Wright zu trauern und die Abschaffung der Polizei zu fordern. Die dritte endete damit, dass die Polizei die Demonstrierenden gewaltsam von der East Burnside Street verjagte, nachdem einige von ihnen Feuer gelegt und ein Gebäude des Sheriffs beschädigt hatten.
Etwa 200 schwarz gekleidete Demonstrierende versammelten sich am späten Montagnachmittag im Gras am See im Laurelhurst Park zu einer Mahnwache. Bei Sonnenuntergang marschierten die Demonstrierenden in Richtung des Penumbra Kelly Building. Das Gebäude beherbergt das Multnomah County Sheriff’s Office und ist seit fast einem Jahr ein häufiges Ziel von Demonstrierenden.
Fast augenblicklich flog eine kurze Salve von Feuerwerkskörpern über den Himmel und explodierte auf der Einfahrt und dem Parkplatz des Gebäudes. Die Schildreihe rückte auf die Einfahrt des Gebäudes vor, was die Beamt_innen dazu veranlasste, kurz zurückzuschlagen. Dadurch wurden die Kampflinien festgelegt: Demonstrierende auf dem Gehweg und Cops hinter ihren Fahrzeugen.“

„Zwei brennende Müllcontainer wurden auf jede der beiden Zufahrten geworfen. Aggressivere Mitglieder der Menge rannten in die Einfahrt des Gebäudes und zielten mit Steinen und Hämmern auf die Fenster, Glastüren und Lichter, bevor sie wieder in der Menge verschwanden. Flaschen und Steine landeten sporadisch auf der Einfahrt.
Die Polizei von Portland erklärte gegen 22:15 Uhr eine gesetzwidrige Versammlung. Verstärkungen des Portland Police Departements trafen mit einem Einsatzwagen aus dem Osten ein, während die Besatzung des Gebäudes die Menge nach Westen drängte, während sie Blendgranaten und weniger tödliche Munition auf die sich zurückziehende Menge einsetzten. Die Cops stürmten mehrfach auf die Menge zu und drückten Demonstrierende und Pressevertreter_innen zu Boden.
Die verbleibenden Demonstrierenden verunglimpften die Cops, bis diese sich in einer letzten Salve von Blend- und Aufschlagmunition zurückzogen. Um 1 Uhr nachts waren noch keine Festnahmen bekannt.“

Laut einer Erklärung der Polizei durchbrach jemand während der Zusammenstöße einen Zaun, schlitzte Reifen auf und zerschlug Fenster von Polizeifahrzeugen.

https://t.co/0TVWNCGCe4

https://t.co/koicbbLeay

Oakland, CA: Auf dem Oscar Grant Plaza in der Innenstadt fand eine Mahnwache statt.

https://t.co/TKsoaJoVHc

Los Angeles, CA: Mahnwache und Gedenkfeier abgehalten.

https://t.co/KF75xk9Z4g

San Diego, CA: Rund 100 Menschen versammelten sich und marschierten in Solidarität mit Daunte Wright.

https://t.co/UTKM3n6zbc

Omaha, NB: Protest und Kundgebung fand statt.

https://t.co/khZwOAB8EX

Brooklyn Center, MN: Die Demonstrationen gingen trotz einer verhängten Ausgangssperre und einer starken Präsenz der Nationalgarde in die zweite Runde. Es kam zu Zusammenstößen mit Staatstruppen, die mit Wurfgeschossen in eine Menge von mehreren Hundert Menschen schossen, die sich vor dem Polizeirevier von Brooklyn Center versammelten.

Laut The Guardian:

„Nach dem Tod des 20-jährigen Daunte Wright durch eine Polizistin am Sonntag ist die Polizei in den Vororten von Minneapolis zum zweiten Mal mit Demonstrierenden zusammengestoßen.
Mehrere Strafverfolgungsbehörden schwärmten am Montag in den Vorort Brooklyn Center aus und setzten Tränengas, Blendgranaten und andere nicht-tödliche Gewalt ein, um Hunderte von Menschen zu vertreiben, die sich vor dem Polizeipräsidium versammelt hatten.
Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte nach den Unruhen am Sonntagabend eine Ausgangssperre ab 19 Uhr verhängt, aber die große Menge der Demonstrierenden widersetzte sich den verbalen Anweisungen der Polizei, nach Hause zu gehen. Die Polizei feuerte Salven von Tränengas, Rauch und Pfefferspraygeschossen ab, zunächst von einem neu errichteten, befestigten Zaun aus, bevor sie in Formation vorrückte und die restlichen Demonstrierenden zurückdrängte.
Einige Demonstrierende reagierten mit dem Abfeuern von Feuerwerkskörpern in Richtung der Polizei, während Trommelschläge ertönten und Menschen Wrights Namen skandierten.“

https://t.co/C4oSgMUl94

Kalamazoo, MI: Community-Mitglieder versammelten sich und protestierten gegen den Polizeimord an Daunte Wright.

https://t.co/nPqeS9kjr7

Kansas City, MO: Mehrere Dutzend gingen aus Protest auf die Straße.

https://t.co/XBd0mg0I6L

Fort Wayne, IN: Mehrere Dutzend versammelten sich zur Unterstützung von Daunte Wright.

https://t.co/MA00R79Bgm

Louisville, MO: Die Demonstrierenden gingen auf die Straße und skandierten den Namen des Opfers.

https://t.co/JWixqU6d94

Washington DC: Hunderte von Demonstrierenden gingen auf die Straße und marschierten in Solidarität.

https://t.co/tSQcR3anLe

https://t.co/wF6XHBhcHE

NYC, NY: Hunderte gehen auf die Straße und versuchen, wichtige Brücken zu sperren.

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