[Fluchtpunkte einer radikalen Kritik an der Genetik] Teil 8: Eine kleine Ampulle Genetik, bitte?

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Der folgende Artikel erschien im März 2021 in der Zeitung Kurzschluss Nr. 3.


Die derzeit zur Anwendung kommenden Impfstoffe gegen Corona haben es in sich. Sie entstammen dem Forschungsgebiet der Genetik, einer Technologie die Schritt um Schritt an ihrer Normalisierung arbeitet und dabei letztlich nur eines im Sinn hat: Die totale Kontrolle des menschlichen Lebens.

Zwei der derzeit in der EU zugelassenen Impfstoffe basieren auf einer bisher recht unerprobten Technologie. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure und entsteht natürlicherweise während der sogenannten Transkription der DNA einer Zelle im Zellkern. Eine mRNA ist sozusagen eine Abschrift eines bestimmten Bereichs der DNA, der quasi die Bauanleitung für ein bestimmtes Protein enthält. Die mRNA verlässt daraufhin den Zellkern und wird dann an sogenannten Ribosomen der Zelle in dieses Protein übersetzt, was man auch Translation nennt. mRNA-Impfstoffe machen sich diesen Vorgang der Translation zunutze, indem sie künstlich erzeugte mRNA in eine Zelle einschleusen, um diese dadurch zur Herstellung von Proteinen zu bewegen, die durch diese mRNA sequenziert werden. Im Falle der Impfstoffe der Konzerne Moderna und Pfizer/BioNTech sollen von der Zelle als sogenannte Antigene funktionierende Proteine hergestellt werden, die dann das Immunsystem des Körpers auf das Covid-19-Virus trainieren sollen.

Vergleicht man den menschlichen Organismus mit einem Computer – nicht mein Vergleich, sondern der derjenigen, die von genetischer Programmierung sprechen –, so lässt sich dieser Vorgang also damit vergleichen, dass ein Hacker ein Stück Programmcode auf einen fremden Computer schmuggelt und diesen dort zur Ausführung bringt. Und wie auch der Hacker Sicherheitsmechanismen austricksen muss, müssen in diesem Fall ebenfalls Abwehrmechanismen des Immunsystems und der Zellen überwunden werden, da Fremdkörper in der Regel angegriffen werden und Zellen, wenn sie fremde mRNA entdecken, “Selbstmord” begehen. Hier erweist sich die Nanotechnologie als hilfreich, die die mRNA sicher in Bläschen verpackt, bis diese erfolgreich ihre Zielzellen erreicht.

Ich denke es ist unmittelbar einleuchtend, dass die (wenn vielleicht auch nur temporäre) Programmierung von Zellen mithilfe entsprechender Gentechnik unabsehbare mittel- und langfristige Folgen haben könnte. Selbst bei der Programmierung von im Vergleich wesentlich einfacher funktionierenden und ja eben gemäß einem von Menschen erdachten Bauplan konzipierten Computern treten regelmäßig nicht vorhergesehene Fehler auf, die zum Teil auch schwerwiegende Auswirkungen haben. Und da will man entsprechende Fehler bei der Programmierung von Zellen ausschließen, deren Mechanismen man nicht vollständig versteht, wie man sich in der Wissenschaft durchaus eingesteht? Alleine das klingt absurd. Und so muss sich jede*r, die*der mit diesen Impfstoffen geimpft wird, im Klaren darüber sein, dass sie*er nichts als ein menschliches Versuchskaninchen nicht nur für diesen Impfstoff, sondern auch für diese Technologie insgesamt ist.

Doch jenseits dieser individuellen Abwägung muss man auch die sozialen Folgen sehen, die dieses Experiment mit sich bringt. Einmal am Menschen erprobt, wird sich diese Technologie (Genetik), mit der in der Medizin schon seit Jahrzehnten an Tieren experimentiert wurde und die bereits flächendeckend eingesetzt wird, um mithilfe von Zellkulturen bestimmte Stoffe, wie sie in Medikamenten verwendet werden, herzustellen, auch in Zukunft auf die direkte Anwendung am Menschen erstrecken. Schlimm genug, dass seit Jahrzehnten Pflanzen und Tiere gentechnisch manipuliert werden – und dabei auch schwerwiegend verstümmelt, etwa indem so in ihre Reproduktionsprozesse eingegriffen wird, dass sie sich nicht mehr selbständig vermehren können –, um Nahrung, Medikamente und andere Waren und Rohstoffe zu erzeugen, die Zulassung dieser Impfstoffe wird vermutlich auch die Türen öffnen, um künftig flächendeckende genetische Manipulationen direkt am Menschen vorzunehmen. Die jahrelang beschworenen Forschungsvorhaben der Medizin, genetisch “verbesserte” Menschen zu produzieren, sowie allerhand andere tiefgreifende Eingriffe in das zelluläre Innenleben der Menschen vorzunehmen, sie alle werden einen bedeutenden Schritt weiter in greifbare Nähe rücken. Und zwar nicht “nur” im Rahmen der das Leben verachtenden Forschungsprojekte irgendwelcher durchgedrehten Wissenschaftler*innen, die genetische Veränderungen an Föten vornehmen, sondern auch flächendeckend. Eine Wissenschaft, die verspricht, die menschliche Existenz auf die nächste Stufe zu heben und die mehr oder weniger ernsthaft Verheißungen vom ewigen Leben in Aussicht stellt, wovor würde die Halt machen? Längst sind Forschungsvorhaben von unfassbarem Ausmaß entfesselt, aber einmal aus ihren Laboren freigelassen, stellt sich doch die Frage, was diese durchgedrehten Wissenschaftler*innen noch alles an Schaden anrichten werden?

Der Plan, einen verbesserten Menschen zu erschaffen ist nicht neu. Schon vor über 100 Jahren verfolgten Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt ein ähnliches Projekt. War damals die Genetik längst nicht so weit fortgeschritten, dass ein Eingreifen in das Erbgut eines Menschen möglich gewesen wäre, so beabsichtigte man seine Ziele vielmehr mithilfe der sogenannten Eugenik, also der sozialen Regulierung, wer sich fortpflanzen dürfe, bzw. solle, und wer nicht, zu erreichen. Auch wenn dieses Denken heute vor allem mit nationalsozialistischen Ideologien assoziiert wird, war die Eugenikbewegung damals weltweit verbreitet und hatte vielerorts großen Einfluss auf weitreichende politische Entscheidungen. In den USA und Kanada wurden Gesetze erlassen, die die Zwangssterilisierung von “geistig Behinderten” ermöglichten und von dieser Möglichkeit wurde exzessiv Gebrauch gemacht. Hunderttausende Menschen wurden im Rahmen dieser Gesetze sterilisiert, nicht nur gegen ihren Willen, sondern oft sogar ohne sie überhaupt über die Folgen dieses Eingriffs aufzuklären. Aber es war das Deutschland des Nationalsozialismus mit dem “Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses”, das die weltweite Eugenikbewegung begeisterte. Zwischen 300.000 und 400.000 Zwangssterilisierungen wurden in Folge dieses Gesetzes bis zum Jahre 1945 durchgeführt. Mehr als 5.000 Frauen und rund 600 Männer starben an den Folgen dieses medizinischen “Eingriffs”. Zudem wurden zahlreiche Schwangere durch das Gesetz zu Abtreibungen gezwungen. Der anfängliche Jubel der weltweiten Eugenikbewegung schlug erst dann in Entsetzen um, als sie realisierten, dass der Nationalsozialismus durch seine eugenische Programmatik Eugenisches Denken auf unbestimmte Zeit in “Misskredit” gebracht hatte. Der begeisterte Eugeniker Julian Huxley drückte das 1947 folgendermaßen aus:

“Auch wenn es sicher wahr ist, dass jegliche radikale eugenische Politik für viele Jahre politisch und psychologisch unmöglich sein wird, wird es für die UNESCO wichtig sein, zu erkennen, dass das Eugenik-Problem mit größter Sorgfalt untersucht wird und das öffentliche Bewusstsein über die Sachverhalte so weit informiert wird, dass das Undenkbare wenigstens denkbar wird.”

Denkbar ist das Undenkbare längst wieder geworden. Vielleicht nicht unter dem Namen Eugenik, dafür hielt es unter der Bezeichnung Genetik im großen Stil Einzug in das moderne Denken von Wissenschaft und Gesellschaft. Das neue Auftreten im Dienste des Individuums, dem sie verspricht, es von Krankheiten und körperlichen Einschränkungen zu kurieren hindert die Genetik nicht daran, mithilfe von Pränataldiagnostik auch weiterhin ein Programm der genetischen Selektion zu verfolgen. Statt Zwangsabtreibungen setzt man darauf, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse und der gesellschaftliche Druck werdende Eltern dazu bewegen, Föten bei denen “Erbkrankheiten” diagnostiziert wurden, abzutreiben. Anstatt “erbkranke” Menschen zwangszusterilisieren (was trotzdem noch regelmäßig vorkommt!) bietet die Genetik an, bei einer künstlichen Befruchtung eine “erbgesunde” Eizelle auszuwählen (und wer die Augenfarbe seines Kindes bestimmen will, kann das dabei häufig auch gleich noch tun).

Mit den mRNA-Impfstoffen wagt man sich nun – außerhalb der Labore – erstmals an die genetische Manipulation bereits geborenen, menschlichen Lebens heran. Dass dieser Schritt ausgerechnet im Rahmen der Panikmache einer globalen Pandemie und vor dem Hintergrund, Bedingung für eine Lockerung der verordneten Einsperrung zu sein, erfolgt ist dabei kein seltsamer Zufall, sondern bewusstes Kalkül eines Wissenschaftszweiges, der sich in den letzten siebzig Jahren darauf eingerichtet hat, in derartigen Szenarien Schritt für Schritt das zu normalisieren, was in voller Dimension betrachtet seinen autoritären Charakter preisgibt und zu Recht schon immer mit großem Argwohn betrachtet wurde: Die totale Kontrolle über das (menschliche) Leben.


Dieser Beitrag ist Teil einer mehrteiligen Artikelreihe.

Teil 1: Der Anschlag der Roten Zora auf das Humangenetische Institut Münster im August 1986

Teil 2: Auswertung der gestohlenen Akten aus dem Humangenetischen Institut Münster durch die Rote Zora

Teil 3: Eugenismus im weißen Kittel

Teil 4: Brandstiftung bei Gentech-Futterlieferant 2015

Teil 5: Sabotage an Forschungsfeld von Agroscope 2017

Teil 6: Brandanschlag auf das DuPont Pioneer GMO-Forschungszentrum in Pessina (Italien) 2018

Teil 7: Genetisch korrekt

Teil 8: Eine kleine Ampulle Genetik, bitte?

(Teil 9): Eine Nachbemerkung

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