[Fluchtpunkte einer radikalen Kritik an der Genetik] Eine Nachbemerkung

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Dass in dem Moment, in dem erstmals bekanntermaßen ein globaler, flächendeckender Versuch stattfindet, in dessen Rahmen gentechnische Manipulationen am Menschen durchgeführt werden sollen, von anarchistischer, aber auch von feministischer und allgemein linker Seite so gut wie keine Gegenwehr kommt, das muss vor dem Hintergrund, dass dieses Feld in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt aus diesen Perspektiven bearbeitet wurde, zumindest überraschen. Gänzlich unverständlich bleiben mir dagegen jene Wortmeldungen, die Kritiken an Gentech-Impfungen wiederholt vorwerfen, „verschwörungstheoretisch“ oder neudeutsch „schwurbelig“ zu sein, in der offensichtlichen Absicht diese Kritiken abzuwürgen. Auch wenn das Feld der Genetik in den vergangenen Jahren zumindest im deutssprachigen Raum nur spärlich behandelt wurde, so erscheint es mir jedoch neu zu sein, dass die über Jahrzehnte entwickelten Kritiken in irgendeiner Form ihre Gültigkeit verloren hätten.

Mein Anliegen dabei, dass ich in den vorangegangenen Teilen 1 bis 8 dieser Beitragsreihe Texte und Berichte über Angriffe auf die Genetik-Branche herausgesucht habe besteht folglich darin, wenigstens einige Tendenzen und Manifestationen dieser Kritiken in Erinnerung zu rufen, auf dass sie vielleicht die*den eine*n oder andere*n zum Nachdenken anregt und hoffentlich auch die eine oder andere Diskussion provozieren.

Und so will ich mit einem letzten Zitat aus dem Jahre 1985 schließen, als in Heidelberg der Bau des sog. Technologieparks, der das Zentrum einer pharmazeutisch ausgerichteten Gentechnologie werden sollte, kurz vor Fertigstellung in die Luft gesprengt wurde:

„Aber es gibt Menschen, und vor allem Frauen, die von dieser schönen neuen Welt nichts halten. Sie wissen, daß Umwelt durch die Industrie und Profitgier verschandelt und zerstört wird und nicht durch ölfressende Bakterien zu retten ist. Sie wissen, daß sie krank werden durch die Industrie, die Medizin und durch die Lebensbedingungen und ihnen keine Pharmaprodukte helfen können.

Sie wissen, daß Hunger in der 3. Welt durch gierige Ausbeutung imperialistischer Länder produziert wird, und daß die neuen Genprodukte diese Länder noch ärmer und den Hunger noch größer machen. Und sie wollen sich nicht ihre Eier absaugen lassen, damit die Herren damit rumexperimentieren oder mit einem Retortenwunschkind dem inhaltlosen Leben Sinn geben. Sie wissen, daß nicht die Herrschaft über die Gene zur Lösung aller Probleme führt, sondern die Abschaffung der Herrschaft zur Befreiung.“

Aus dem damaligen Communique der Roten Zora

Dieser Beitrag ist Teil einer mehrteiligen Artikelreihe.

Teil 1: Der Anschlag der Roten Zora auf das Humangenetische Institut Münster im August 1986

Teil 2: Auswertung der gestohlenen Akten aus dem Humangenetischen Institut Münster durch die Rote Zora

Teil 3: Eugenismus im weißen Kittel

Teil 4: Brandstiftung bei Gentech-Futterlieferant 2015

Teil 5: Sabotage an Forschungsfeld von Agroscope 2017

Teil 6: Brandanschlag auf das DuPont Pioneer GMO-Forschungszentrum in Pessina (Italien) 2018

Teil 7: Genetisch korrekt

Teil 8: Eine kleine Ampulle Genetik, bitte?

(Teil 9): Eine Nachbemerkung

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Ein Gedanke zu „[Fluchtpunkte einer radikalen Kritik an der Genetik] Eine Nachbemerkung

  • 26. Mai 2021 um 0:16
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    Hey freek! Wollte mich auch noch bei dir für deine Artikelreihe bedanken. Fand sie sogar noch spannender als die erste und freu mich auf schon auf die Nächste! 🙂

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