London: Demonstrierende versammeln sich vor dem Innenministerium und fordern Abschiebestopp für Osime Brown

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Etwa 50 Menschen versammelten sich gestern Nachmittag, 15. April, vor dem Innenministerium in London, um den Stopp der Abschiebung von Osime Brown zu fordern. Die Demonstrierenden hörten Reden von Aktivist_innen, Anwält_innen und Joan Martin, Osime Browns Mutter.

Joan Martin sagte, dass das Leben ihres Sohnes „ein Fließband vom Schlechten zum Schlimmeren“ gewesen sei, der von den Behörden im Stich gelassen worden sei. Sie hielt die Tränen zurück, als sie erzählte, wie sie ihren Sohn an ein Krankenhausbett gefesselt sah.

Osime ist ein schwer autistischer 22-Jähriger, der mit seiner Familie von Jamaika in die West Midlands zog, als er 4 Jahre alt war. Seitdem wurde er von den Bildungs- und Sozialdiensten vernachlässigt, und irgendwann wurde er innerhalb von 12 Monaten 28 Mal in verschiedene Einrichtungen verlegt. Als er ein Teenager war, wurde Osime Opfer von sogenannten „Mate Crimes“: eine Situation, in der eine schutzbedürftige junge Person ausgenutzt und zum Zweck der Kriminalität ins Visier genommen wird.

Im Jahr 2018 wurde Osime für 5 Jahre unter dem Joint Enterprise Law für einen Handy-Diebstahl während eines Straßenraubes zu einer Haftstrafe verurteilt. Die harte Strafe wurde verhängt, obwohl ein Zeuge aussagte, dass Osime die anderen Jugendlichen, die an dem Raubüberfall beteiligt waren, tatsächlich gebeten hatte, aufzuhören. Zusätzlich entschied das Gericht, dass Osime nach Verbüßung seiner Strafe in eine Abschiebehaftanstalt gebracht und nach Jamaika abgeschoben werden soll. Nach einem Einspruch wurde Osime jedoch nicht inhaftiert und wartet nun in seinem Zuhause auf seine Abschiebung.

Laut der Online-Petition, die von seinen Unterstützenden ins Leben gerufen wurde, „ist Osime extrem gestresst, er leidet unter Nervenzusammenbrüchen, verletzt sich selbst und hat ein Herzleiden entwickelt, das dazu geführt hat, dass er zwei Operationen über sich ergehen lassen musste, was dazu führte, dass ein Aufnahmegerät in sein Herz eingesetzt wurde. Er ist extrem besorgt über die mögliche Abschiebung nach Jamaika – ein Land, das er im Alter von 4 Jahren verlassen hat. Er hat dort kein familiäres Netzwerk und ist anfällig für negative Einflüsse, Gruppendruck und Mobbing. Wenn er dorthin geschickt wird, wird er am Flughafen auf der anderen Seite mit nichts und niemanden ankommen und er ist sehr verletzlich. Osime hat seine Mutter Joan gefragt, welchen Bus er nehmen würde, um sie zu sehen, wenn er abgeschoben wird. Sie lebt in Dudley, Birmingham.“

Die gestrige Demo wurde von der Justice for Osime Brown Kampagne organisiert und wurde von Gruppen wie Black Lives Matter UK, No More Exclusions und Sisters Uncut unterstützt. Sie wurde von einem Online-Aktionstag begleitet.

Laut Freedom of Information Daten, die No Deportations erhalten hat, hat das Innenministerium im letzten Quartal 2020 322 Menschen in 23 Charterflügen abgeschoben. Damit hat sich die Zahl der mit Charterflügen zwangsabgeschobenen Menschen im Vergleich zum letzten Quartal von 2019 (damals waren es 37) verzehnfacht und die Zahl der eingesetzten Charterflüge versechsfacht.

Erfahre mehr über die Kampagne und wie du helfen kannst hier:

https://linktr.ee/Justiceforosimebrown


Quelle: Freedom News

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