Seuchenbekämpfung als Krieg oder Robert Koch vom Sockel stoßen!

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Beitrag von Heidelinde/Sofie

 

Kochs Aufstieg begann mit der Entdeckung des Milzbranderregers, als er 1872 in Posen als Kreisarzt tätig war.
Ursprünglich studierte er Botanik, Physik und Mathematik in Göttingen. Wie viele Student_innen seiner Generation, die nicht aus wohlhabenden Elternhäusern kamen, wechselte er zur Medizin als Broterwerb.
Koch war ein begabter Student und erhielt für seine Doktorarbeit einen Preis. Er untersuchte die Enstehung von Bernsteinsäure im menschlichen Organismus.

Seine 1876 veröffentlichten Erkenntnisse zum Milzbranderreger begeisterte einflussreiche Mikrobiologen und Koch erhielt Eintritt in universitäre Kreise, obwohl er nicht habilitiert war. Davon beflügelt stürzte er sich in die Arbeit und wurde 1880 an das neu gegründete Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin berufen, wo er mit der Erforschung der Tuberkulose begann. Sie bereitete ihm den wissenschaftlichen Durchbruch und am 24. März 1882 konnte Koch der physiologischen Gesellschaft in Berlin den Tuberkuloseerreger präsentieren.

Koch und die Medizin, eine Geschichte des Rassismus und Kolonialismus!

Ich will nun den Blick auf ein dunkles Kapitel dieser “ Lichtgestalt“ Robert Koch werfen.
Veranlasst dazu hat mich die Neuerscheinung des Buches „Robert Kochs Affe“ von dem Mediziner und Autor Michael -Lichtwack- Aschoff , erschienen im Hirzel Verlag. Koch hatte sich von einer seiner medizinischen Expeditionsreisen aus Afrika einen Affen mitgebracht, den er „Storm“ nannte.
(Buchbeschreibung ist am Textschluss in den Quellenangaben)
Der andere Grund der mich zu dem Artikel veranlasste ist, dass sein Name mit der Bekanntgabe der Inzidenzwerte durch das RKI täglich in aller Munde ist.
Dann finde ich es wichtig, mal zu verstehen, auf welchen Grundlagen und Geschichte ein großer Teil der Medizin dieses Systems aufgebaut ist, auf welch zum Teil grauenhaften Stereotypen sie beruht.
Diese Medizin ist eine Geschichte der Kontinuität von Rassismus, Ausbeutung, Unterdrückung und Patriarchismus in Forschung und Praxis bis heute.
Koch war ein elender Rassist. Sein Verhältnis zum Tode war eher unterkühlt, die medizinische Forschung damals und heute ein Konkurrenzkampf von Feindseligkeiten und Nationalismus.
Es gab und gibt Rivalitäten zwischen Deutschen und Brit_innen, Deutschen und Franzos_innen, Deutschen und Russ_innen, Deutschen und Amerikaner_innen in der Forschung und Verteilung von entwickelten Medikamenten.
Das lässt sich für jeden aktuell sehr gut bei den Covid- Impfstoffen beobachten, wo das nationalistische, kapitalistische Gezänk unerträgliche Situationen schafft.

Zurück zu Robert Koch, spätestens 1884 kannte jeder Deutsche den Namen.
Während einer Indienexpedition identifizierte er den Choleraerreger. Koch wurde bei seine Rückkehr wie ein „Kriegsheld“ gefeiert. Ihm gefiel das und der Kronenorden II.Klasse war sein Lieblingsorden.
Koch dazu, “ er ist am schwarz- weißen Bande zu tragen, wie ein Kriegsorden. Er war ja auch schließlich einer.“
Koch konnte aber die Erwartungen, welche er selbst zum Nachweis des Erregers forderte, nicht erfüllen.
(Kein Tier lies sich mit seiner Kommabazillus- Reinkultur infizieren.)
Auch sein erstes Mittel gegen die Tuberkulose war alles andere als erfolgreich. Nach ersten dramatischen Todesfällen durch das Mittel sah sich Koch 1891 dazu gezwungen, das Rezept öffentlich zu machen. Er offenbarte damit, dass es sich beim Tuberkulin lediglich um ein Extrakt aus Tuberkelerregern handelte und er in Wahrheit gar nicht wusste, wie er die Schwindsucht bekämpfen könne.
Trotzdem wurde Koch im Sommer 1891 Direktor des eigens für ihn gegründeten Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten, das ab 1912 seinen Namen trug, das RKI.
Die preußische Bürokratie verpasste Koch jedoch unangenehme Auflagen. Koch verlor das Recht auf eine Privatpraxis und auf die Patente aus seinem am Institut gemachten Erfindungen. Grund war Verärgerung darüber, dass Koch versucht hatte, dem Staat sein Tuberkulin zu einem hohen Preis zu verkaufen. Durch diese Vorgänge litt der Ruf Robert Kochs erheblich. Eine Krise nach den vielen Höhenflügen.

Koch und die Afrikaexpedition/ Rassismus/ Menschenversuche in „concentration camps“

Menschen werden in so ein Lager gebracht.

Kochs Ruf erholte sich, als er es schaffte, einen Choleraausbruch in Hamburg 1892 zu bekämpfen. Der Grund der Choleraepidemie waren ungesunde, menschenunwürdige Lebensbedingungen verursacht durch Armut, Krieg und Naturkatastrophen und das ist in betroffenen Ländern bis heute so. Koch sah sich aber zunehmend umgeben von Missgunst und Eifersucht und sehnte sich an die jungen Jahre als Forscher zurück. Er wollte die Führung des nach ihm benannten Instituts so schnell wie möglich loswerden und lies sich pensionieren. Hier beginnt die Geschichte von Kochs medizinischen Expeditionsreisen nach Afrika. Er fokussierte sich auf Tropenkrankheiten.
“ Seine Wissenschaft von den Bakterien verstand Koch als „totalen Krieg“ gegen das Unsaubere. Unsauber ist alles, was fremd ist. Und das Unsaubere, Fremde ist ansteckend. Ansteckung produziert angesteckte Massen, macht Aufstand. So sind Seuche und Aufstand vom selben schrecklichen Fleisch. Das kranke, aufsässige Afrika für Koch das Unsaubere schlechthin, muss mit Menschenversuchen in „Concentration camps“ gesäubert werden. Koch reiste in die damaligen deutschen Kolonien und forschte zur „Schlafkrankheit.“ Diese hatte unerklärlicherweise die Einheimischen befallen. Hier beginnt ein sehr dunkles Kapitel Medizingeschichte.
Es geht um Menschenversuche an Afrikaner_innen. Diese Gräueltaten der kolonialen Tropenmedizin wirken bis heute.

Zu Kolonialzeiten ( aber auch heute noch) war es üblich, dass Forscher skrupellos mit Afrikaner_innen experimentierten. Koch zwang Menschen in diese Konzentrationslager und testete an ihnen Mittel.
Robert Kochs Einbindung in das preußische Militär erleichterte ihm seine Forschungsexpeditionen und verweist zugleich auf ein wesentliches Motiv der deutschen Tropenmedizin. nämlich genug Versuchsobjekte zu haben für Medikamente an der kolonialen Peripherie, die im „Mutterland“ eingesetzt werden sollten.
Um die wirkliche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen dort ging es nicht und das tut es auch heute nicht. Immer noch werden Medikamentenstudien zur Erforschung ihrer Wirkung in großer Anzahl in afrikanischen Ländern durchgeführt. Armut macht gefügig, man ist froh, irgendwas zu bekommen.
Die Korruption in diesen Ländern, Empfänglichkeit für Extrazuwendungen der Pharmafirmen bei Einwilligung von verantwortlichen Stellen/ Beamt_innen oder auch leitende Ärzt_innen
tut ihr Übriges. Die Menschen selbst wissen oft nicht einmal, dass sie an einer Studie/ Forschung teilnehmen. Auch Covidimpfstoffe wurden zum Beispel in Südafrika getestet.

Fassungslos macht dagegen, dass der Zugang zu guter Medizin für Afrikaner_innen ein seltener Luxus ist, wenn überhaupt. Menschen mit Schwarzer Hautfarbe kommen in medizinischen Lehrbüchern praktisch nicht vor.
Das bemerkte der Medizinstudent aus Simbabwe Malone Mukwande, als er nach Krankheitssymptomen auf Schwarzer Haut in Lehrbüchern suchte. Er beschreibt, wie das zu falschen Diagnosen führt und letzten Endes Menschenleben kostet.
Medizin spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausbeutung Afrikas. Ohne Erforschung von Malaria wäre das Überleben der kolonialen Ausbeuter_innen schwierig bis unmöglich gewesen.
Die renommiertesten Tropenmediziner_innen kamen aus Deutschland, allen voran Robert Koch.
Schon als Junge träumte er davon, Forscher zu werden wie sein Vorbild Alexander Humboldt. Mit der Kolonialherrschaft wurde dieser Traum wahr. Schon 1883 mit 39 Jahren begleitete er eine der ersten tropenmedizinischen Expeditionen.

Koch im Laborzelt auf den Sese Inseln

Die Kolonialherren fürchteten die Epidemien, welche ein koloniales Projekt/die Ausbeutung scheitern lassen könnten. Zwar gab es Konkurrenzkampf zwischen den Kolonialmächten, aber hier half man zusammen.
Koch wurde von den britischen Behörden eingeladen. Er sollte ein Heilmittel gegen die Schlafkrankheit finden. Koch testete an afrikanischen Menschen das arsenhaltige Mittel Atoxyl, auch Rattengift. Dass es in hoher Dosierung giftig ist, war bekannt. Trotzdem spritzte Koch Dosen, die er schrittweise bis zu einem Gramm erhöhte in Intervallen von sieben bis zehn Tagen und nahm Schmerzen, Erblindung und den Tod tausender Menschen billigend in Kauf. Dergleichen Experimente wurden in Deutschland nur an Tieren durchgeführt. Aber afrikanische Menschen waren für Koch ja den Tieren gleich und nichts wert.
Koch isolierte pro Tag 1000 Menschen, die vermeintlich krank waren in den so genannten Konzentrationslagern.
Eine Ansammlung von Strohhütten und rudimentären Zelten, die bei Sturm umgeweht wurden. Es fehlte an allem. Decken, sauberes Wasser, zu essen gab es oft nur Mehl und Salz. Oh hier tut sich eine Ähnlichkeit zu Flüchtlingslagern heute auf. Europäer_innen haben eine geschichtliche Tradition in menschenunwürdiger Behandlung von nach ihrer Ansicht nach „minderwertigen“ Menschen.
Wie viele Menschen allein wegen dieser zustände starben, weiß niemand. Konzentrationslager gab es überall, wo europäische Ärzte antraten, Seuchen zu bekämpfen. Die Gefangenschaft der Menschen wurde benutzt, um mit willkürlichen Injektionen zu experimentieren. Von da bis zu einem KZ -Arzt Mengele ist es nicht weit. Er hatte ja genug Vorbilder. Deutsche Ärzte erprobten an Afrikaner_innen, was sie später an Juden und Jüdinnen perfektionieren.

Expedition auf der Suche nach Erregern der Schlafkrankheit

Die Medizingeschichte und einige Beispiele für rassistische, schreckliche Kontinuitäten!

– Claus Schilling betrieb 1905 in Togo eine Praxis für Einheimische und führte an ihnen fragwürdige Experimente durch. Später hat er Geisteskranke in Italien und über 1000 Häftlinge im KZ Dachau mit Malaria infiziert, um ein Medikament zu finden. Er wurde im Prozess gegen die Dachauer Wachmannschaften 1945 zum Tod verurteilt.

-der Rassehygieniker Eugen Fischer, Gründer des Kaiser Wilhelm Instituts war beim Anblick der Kinder weißer Kolonialherren und Schwarzer Frauen in Nigeria so geschockt, dass er sie zwangsterilisieren lies.
1937 machte er im Rheinland 500- 800 Kinder von deutschen Frauen und französichen Soldaten gegen ihren Willen brutal unfruchtbar.

-Ernst Rodenwaldt, Rassentrennungsfanatiker und Wortführer der Nazis
Nach 1945 leitete er als Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften eine Sektion, die sich mit global medizinischen Fragen beschäftigte. Klingt wie Hohn, ist es wohl auch oder eben ein Rassist.
Bis 1965 war er als Berater für den Sanitätsdienst der Bundeswehr und das Bundesinnenministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe tätig. Er hat von 1903-1913 in der deutschen Kolonie Kongo Pockenmassenimpfungen schlampig durchgeführt. Da eine Impfstofflieferung 1900 bei Ankunft verfallen war, begannen die Kolonialärzt_innen ab 1902 Lebendimpfsoffe aus Kälberlymphe vor Ort zu züchten.
Das taten sie aber über zwanzig Generationen hinweg, so dass die Impfung am Ende wirkungslos war.
Hunderte Menschen starben bei einem Ausbruch 1911, da der Impfstoff oft nicht wirksam war.
Dabei war der Pockenimpfstoff gut erforscht. Im „Reichsgebiet“ galt seit 1874 eine Impfpflicht gegen Pocken. Sie redeten sich damit heraus, es handele sich um eine besonders hartnäckige, biologische Variation des Erregers. Diese schlimmen Erfahrungen mit den Kolonialärzt_innen führte bei den Menschen Afrikas zu verständlichem und berechtigtem Misstrauen gegenüber europäischen Medizinern.

Falschbehandlungen während Ebola 2014/2015

Während des Ebolaausbruchs 2014/2015 als Forschende, Ärzt_innen und Freiwillige aus dem Westen nach Sierra Leone strömten, erlebte der Soziologe Chernoh Bah in einem Behandlungszentrum in Freetown einen Therapieversuch an den Menschen mit einem für Ebola nicht zugelassenen Herzmedikament.
In einem Behandlungszentrum in Lakka brachten freiwillige Pflegekräfte aus GB die Versuche ans Licht. Die Injektion hoher Dosen dieses Medikaments namens Amioderon führte bei Patient_innen zu Atemwegserkrankungen und Entzündungen und zu einer Sterberate von 67%. In anderen Behandlungszentren starben im Schnitt 50-60% der Ebolainfizierten. Die italienischen NGO „Emergency“ , welche das Zentrum betrieb, stoppte daraufhin die Tests. Das war es. Es gab keine Ermittlung, kein Gerichtsverfahren, keine Entschädigung.
Die Leute hatten wieder den Eindruck, missbraucht worden zu sein, wie damals von den Kolonialärzten, sagt Bah.

Fazit!
Es macht einfach fassungslos. Auch wenn es nur ein kleiner Teil dieser medizinischen Geschichte ist, lässt sich deutlich erkennen, wie rassistisch und menschenverachtend sie ist.
Vor diesem Hintergrund ist es nur legitim, misstrauisch und kritisch diese Medizin zu hinterfragen.
Es ist eine Medizin der Gewalt und Stereotypen, die von Rassismus, Kolonialismus, Patriarchismus, Nationalismus und Profitgier geprägt ist. Eine solche Medizin und Forschung brauchen wir nicht.
Wenn in der aktuellen Situation der Covid 19 Pandemie wieder Menschen kategorisiert werden sollen oder Überwachungsinstrumentarien und Repression eingesetzt werden, Ausgangssperren erlassen werden, dann ist es dieser alte Geist, der nur in etwas verändertem Gewand wiederkommt. Absonderung, Verbote, Ausgangsperren sind gewaltsame, totalitäre Methoden, die wir ablehnen müssen.
Es geht hier nicht um Schutz oder dem Wohl der Menschen. Denn dann müssten für die Wirtschaft die selben Bestimmungen, Verbote und Pflichten gelten wie im Privatbereich. Das dies nicht geschieht, erleben wir täglich. Nein, es geht ihnen um die Rettung dieses neoliberalen Systems, des Profits, koste es , was es wolle. Wäre es anders, würden sie die Patente längst freigeben und jedem kostenlos genug Materialien und Mittel zum Schutz gegen bereitstellen, bis alle , die können , geimpft sind. Siehe Tests, Schnelltests, und Masken sowie finanzielle Mittel und ausreichend guten Impfstoff für alle. Genug Pflegekräfte und vor allem eine wertschätzende Bezahlung und Arbeitsbedingungen für alle im Dienst am Menschen Tätigen versteht sich eigentlich von selbst auch zum Schutz der Kranken. Das alles aber haben sie nicht getan, tun sie jetzt nicht und werden es auch in Zukunft nicht machen.

Aber es verwundert wenig, bei diesem historischen Hintergrund. ich hoffe, ich konnte einen bescheidenen Beitrag leisten zur Aufklärung, warum dieses unser Medizinsystem so ist und warum es weg muss.
Mit diesen Ausbeuter_innen kann man nicht wirklich heilen.

 

Quellen: Buch „Robert Kochs Affe“

https://www.lesejury.de/michael-lichtwarck-aschoff/ebooks/robert-kochs-affe/9783777629827

https://www.spiegel.de/politik/ausland/rassismus-in-der-medizin-es-sollte-normal-sein-einen-geschwollenen-schwarzen-arm-zu-sehen-a-7e64055b-51c1-44a2-b602-66526b7356d9

https://www.deutschlandfunk.de/menschenexperimente-robert-koch-und-die-verbrechen-von.740.de.html?dram:article_id=489445

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Anonym

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7 Gedanken zu „Seuchenbekämpfung als Krieg oder Robert Koch vom Sockel stoßen!

  • 15. April 2021 um 13:06
    Permalink

    Dieser Artikel scheint mir über weite Teile ein Plagiat des Zündlumpen-Artikels „Eingeimpft“ zu sein und dabei insbesondere einige der verschwörungstheoretischen Hassbotschaften dieses Schwurbelblatts zu übernehmen. Geht es dem Zündlumpen um die Zerstörung der Zivilisation, soll hier wohl der Einspruch auf das kapitalistische System beschränkt werden. Vielleicht wurden deshalb auch die Passagen über die DDR hier nicht reproduziert. Immerhin muss man dem Zündlumpen zu gute halten, dass sie ehrlich konsequent in ihren Schlussfolgerungen sind, während dieser Artikel höchstens eine gewisse Diffusität verbreitet, ohne sich der letztlichen Konsequenzen dieser Art von Kritik an der Medizin bewusst zu sein. Ich jedenfalls finde es gefährlich, solche Verschwörungstheoretischen Positionen zu übernehmen und weiterzuverbreiten.

    Antwort
    • 15. April 2021 um 13:12
      Permalink

      Bitte was? Wir sind zwar nicht die Autor_innen dieses Textes, aber bitte erkläre dennoch mal, worin du hier Verbreitung von Verschwörungstheorien siehst?
      Das Leben von Robert Koch ist gut dokumentiert. Die Autorin hat auch die verwendeten Quellen im Anhang gepostet. Nichts von dem, was sie hier geschrieben hat, ist aus der Luft gegriffen. Überdenke doch bitte nochmal deinen absolut unpassenden Kommentar.

      Antwort
      • 15. April 2021 um 14:28
        Permalink

        Verschwörungstheoretisch ist meiner Meinung nach, dass hier die kolonialen Medizinexperimente einer bestimmten Epoche und nationalsozialistische Experimente einfach als ein Wesenszug der gesamten Medizin dargestellt werden. In dem unter dem Text von „bis der arzt kommt“ empfohlenen Artikel des Zündlumpens (Original hier: https://zuendlumpen.noblogs.org/post/2020/11/23/eingeimpft/) wird das sogar noch offener behauptet. Da sich weite Teile dieses Artikels und des Artikels auf den von „bis der arzt kommt“ verwiesen wird, stark ähneln und auch in diesem Artikel hier geendet wird mit „ich hoffe, ich konnte einen bescheidenen Beitrag leisten zur Aufklärung, warum dieses unser Medizinsystem so ist und warum es weg muss.
        Mit diesen Ausbeuter_innen kann man nicht wirklich heilen.“ muss man doch annehmen, dass es sich bei diesem Artikel um einen Abklatsch des Zündlumpen-Mottos „Für die Zerstörung der Medizin und der Zivilisation, die sie nötig gemacht hat.“ handelt, wie ich ja schon geschrieben hatte. Es ist in diesem Artikel nur ein wenig diffuser und ich behaupte es wird sich absichtlich nicht auf den Zündlumpen-Text bezogen, der der Autor_in sicherlich bekannt ist, eben weil dort eindeutig sichtbar wird, dass es sich um ein Schwurbelblatt handelt, das einfach nur undifferenziert gegen die Medizin hetzt (z.B. „Man wird es ja wohl wenigstens erzählen dürfen, oder nicht?“).

        Wenn aber solche Positionen übernommen und nur ein klein wenig umgeschrieben werden, dann finde ich das schon problematisch und eben eine Verbreitung von verschwörungstheoretischem Denken. Das Antifa-Infoblatt beispielsweise behauptet ja nicht, dass die gesamte Medizin beseitigt werden muss, weil Robert Koch Rassist war.

        Was also mit diesem Artikel gemacht wird ist eine Haltung von „Zivilisationsfeinden“ aus einer erklärtermaßen kapitalismuskritischen Perspektive neu zu besetzen, was aber nicht den eigentlich zivilisationsfeindlichen Gehalt dieser Haltung eliminiert, sondern bloß versteckt. Deshalb behaupte ich, dass dieser Artikel Verschwörungstheorien reproduziert und vielleicht sogar noch schlimmer ist, als der offen menschenfeindliche Zündlumpen-Artikel, der ja zum Beispiel die gesamten philantropischen Bemühungen, Menschen in Afrika Impfungen zu verschaffen verunglimpft, usw.

        Antwort
  • 15. April 2021 um 15:52
    Permalink

    „Verschwörungstheoretisch ist meiner Meinung nach, dass hier die kolonialen Medizinexperimente einer bestimmten Epoche und nationalsozialistische Experimente einfach als ein Wesenszug der gesamten Medizin dargestellt werden.“

    Wo steht denn geschrieben, dass die Autorin dies (was btw nicht nur ein Relikt aus alten Zeiten ist) als ein Wesenszug der gesamten Medizin darstellt?

    „Das Antifa-Infoblatt beispielsweise behauptet ja nicht, dass die gesamte Medizin beseitigt werden muss, weil Robert Koch Rassist war.“

    Das behauptet Heidelinde ebenfalls nicht. Du liest da etwas rein, was nirgendwo geschrieben steht. Wann ist Anarchist_innen die Fähigkeit abhanden gekommen sich kritisch mit Strukturen auseinanderzusetzen, die Autoritarismus reproduzieren? Eine Kritik an Formen der Medizin ist keine Medizinfeindschaft. Eine Kritik an Technologie ist keine Technologiefeindschaft.

    Heidelinde kennen wir von Mastodon und wissen von ihren anderen Beiträgen, dass sie nicht medizin- oder wissenschaftsfeindlich ist, wie du es ihr gerade vorwirfst. Ganz im Gegenteil. Sie prangert profitorientierte Medizin an, die über Leichen geht, und wünscht sich eine Medizin, die wirklich dafür steht, wofür sie stehen sollte: Heilung. Du wirfst hier der falschen Person Reproduzierung von Verschwörungstheorien vor und versuchst falsche Behauptungen in diesen Beitrag herein zu interpretieren.
    PS: Aus ihren Beiträgen wissen wir auch, dass sie Zündlumpen nicht liest. So viel auch zum Thema sie würde diese Quelle absichtlich nicht nennen.

    Antwort
    • 15. April 2021 um 16:16
      Permalink

      Danke vielmals. Ja ich kenne den Text vom Zündlumpen , er ist mir durch eine Diskussion, Hinweis darauf untergekommen. Ich bin alles andere als medizinfeindlich. Wie könnte ich, brauche ich sie und jeder Mensch doch immer wieder. Nur wünsche ich mir eine Medizin, die frei von Rassismus, frei von Profitgier und frei von patriarchalen Machtstrukturen ist.
      Ich durfte als schwerkranker Mensch diese unsere Medizin nur zu oft erleben. ja , sie hat mich gerettet. Sie hat mich aber auch zum Teil mit Traumata zurückgelassen, weil ich die Art, wie mit Menschen umgegangen wird, auch oft als Gewalt erlebt habe. Und daran und anderen Auswüchsen ist diese Geschichte verantwortlich. So lange das nicht verändert wird, werden diese alten, üblen Sterotypen reproduziert, von einer Mediziner_innengeneration zur anderen.
      Und mit Profitgier und Abwertung von Menschen heilt man nicht wirklich, sondern schafft neues Leid.
      Darum nicht keine Medizin, sondern andere Medizin.

      Antwort

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