Black Lavenders Lyrik-Ecke Woche XXXIII

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ich rede nicht von auferstehung

des nachts schrie das käuzchen mir
die seele aus dem leib und ich sah 
die landschaften in denen ich 
ohne grauen lebe und was die sonne sonst
in ihrem licht verbirgt 
das grau in den gesichtern und die kälte 

und sah auch dich und uns und wie
gewohnt wir uns geworden sind
und bist du doch mein schutz
und können uns oft nicht mehr sehen
blieb eine traurigkeit

bis dann das käuzchen schwieg 
als wär es vor sich selbst erschrocken
und tief beschämt und ich in meiner nacht
allein vor einem neuen morgen


keine liebe im falschen 

für einen moment stehen wir uns gegenüber. ich schaue in deine augen. sehe dich. du bist schön. ich bin verwirrt. 

male mir aus, wie das wäre. zufällig wie hier hätten wir uns in einer bar getroffen. unsere blicke wären aneinander hängen geblieben. 

deine lippen, deine augen, dein haar – mit leisem verlangen hätte ich mich an einen tagtraum verloren mit dir in der hauptrolle.

ein zwinkern und ein schüchternes lächeln. ein flirt ohne absicht. oder mehr. wir hätten gespielt. ausgang offen. möglich vieles. 

ich sehe deine augen. ohne jedes verlangen sehe ich deine lippen, dein haar. und ich sehe angst in deinem blick. 

du schaust in meine augen. was siehst du? bin dir gegenüber – noch mensch. spiegelst du dich in meinen augen? siehst du meine angst? 

hältst in den händen helm und schlagstock. trägst brustpanzer und schienen. gerüstet. bereit, mich niederzuschlagen auf befehl. 

kurz sehe ich dich, dich – nicht die polizistin. dein gesicht ist noch offen und ohne visier. in der realität klafft eine utopische lücke. 

aber es gibt kein happyend. nur den moment, so unwirklich wie das, was gleich geschehen wird. dein blick. es gibt keinen platz für eine utopie.


Wenn dir die Werke gefallen, findest du inzwischen im Buch-Shop auch den Gedichtband >>mein lavendel trägt schwarz<<.

»mein lavendel trägt schwarz« ist eine sammlung von gedichten, die zum größten teil im jahr 2020 geschrieben
worden sind. die gedichte berühren unterschiedliche themen – von liebe und sterben; eros und politik, fernweh
und der kraft der hoffnungslosigkeit – um endlich die dinge und verhältnisse zu ändern. sie sind ein versuch, nicht
im zynismus unterzugehen. und sie sind ein zärtlicher blick auf all die kleinen dinge, die sonst nicht gesehen werden.

Die Einnahmen für das Buch werden als Spenden für ein queeres Projekt weitergereicht.

Black Lavender
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Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln

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