Myanmars dunkelster Moment und Erklärung des Kriegsrechts

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Myanmars regierende Junta hat das Kriegsrecht in sechs Gemeinden in der größten Stadt des Landes verhängt, nachdem Sicherheitskräfte am Wochenende Dutzende von Demonstrierenden in einer zunehmend tödlichen Niederschlagung des Widerstands gegen den Militärputsch im letzten Monat getötet haben.

Anti-Putsch-Demonstrierende marschierten unter anderem in der zweitgrößten Stadt Mandalay und der westlichen Stadt Hakha, wo die Kundgebungen relativ friedlich verliefen, sowie in den zentralen Städten Myingyan und Aunglan, wo die Polizei das Feuer eröffnete und weitere fünf Menschen tötete, wie Zeug:innen und Medien berichteten.

Es wurde bestätigt, dass mindestens 44 Menschen bei der Gewalt am Sonntag gestorben sind – der tödlichste einzelne Tag seit dem Putsch Anfang Februar. Die meisten Todesopfer gab es bei Protesten in zwei Industriegebieten in Yangon, Hlaing Tharyar und Shwepyitha, wo Bekleidungsfabriken in Brand gesetzt wurden. Mindestens 37 Demonstrierende wurden getötet, sagte ein Arzt in der Gegend gegenüber Reuters.

Der staatliche Rundfunksender MRTV berichtete am Montag, dass die Stadtbezirke Nord Dagon, Süd Dagon, Dagon Seikkan und Nord Okkalapa unter Kriegsrecht gestellt wurden. Eine erste Ankündigung wurde am späten Sonntag gemacht, dass Hlaing Tharyar und Shwepyitha unter Kriegsrecht gestellt wurden.

Seit der Machtübernahme vor sechs Wochen befindet sich Myanmar unter einem landesweiten Ausnahmezustand. Die zivilen Führer:innen wurden entlassen und inhaftiert, und die Militärs haben die gesamte Regierung übernommen. Aber die Ankündigung vom Sonntag war die erste Anwendung des Kriegsrechts seit dem Putsch und deutet auf eine direktere Kontrolle des Militärs über die Sicherheit hin, anstelle der lokalen Polizei.

Die Ankündigung besagt, dass der staatliche Verwaltungsrat gehandelt hat, um die Sicherheit zu erhöhen und Recht und Ordnung wiederherzustellen, und dass der Regionalkommandant von Yangon mit administrativen, gerichtlichen und militärischen Befugnissen in dem Gebiet unter seinem Kommando betraut worden ist. Die Befehle umfassen sechs der 33 Stadtbezirke von Yangon, die alle in den letzten Tagen große Gewalt erlebten.

Das Militär und Bullen sind in den letzten Wochen fast täglich gegen Demonstrierende vorgegangen, indem sie Tränengas einsetzten und Gummigeschosse und scharfe Munition abfeuerten, um Proteste gegen den Putsch niederzuschlagen.

In der Gemeinde Hlaing Tharyar stießen Polizei und Militär am Sonntag mit Demonstrierenden zusammen, die mit Stöcken und Messern bewaffnet waren und behelfsmäßige Barrikaden errichtet hatten. Demonstrierende, die Teile von Mülltonnen als Schutzschilde benutzten, schafften es, einige der Verwundeten zu retten, als die Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten, aber ein Arzt sagte, dass nicht alle erreicht werden konnten.

Anwohner:innen, die sich zu Hause versteckten, hörten den ganzen Tag über ununterbrochen Schüsse, während man Militärfahrzeuge durch die verrauchten Straßen fahren sah.

Trotz des Blutvergießens bleiben die Protestierenden der Anti-Putsch-Bewegung hartnäckig.

„Ich habe gesehen, wie die gefallenen Held:innen ihr Leben gegeben haben“, sagte die 21-jährige Ma Khine Lay und gab zu, dass sie sogar Angst hatte, als sie Barrikaden aus Ziegelsteinen und Bambusstangen in einer Yangon-Gemeinde wieder aufbaute. „Ich werde bis zum Ende kämpfen.“

Die Zahl der Todesopfer liegt inzwischen im dreistelligen Bereich und es wird erwartet, dass diese Zahl noch weiter steigen wird.

Ein Bulle postete Stunden vor dem brutalen Gewaltakt ein TikTok-Video, in dem er in einem Voiceover sagte, dass sie schwere Waffen mitbringen würden. „Ich werde keine Gnade mit Hlaing Tharyar haben.“ Wenige Stunden später wurde das Video wieder entfernt.

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