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Black Lavenders Lyrik-Ecke Woche XXXII

ach frühling

dein leben riecht
nach desinfektionsmittel
und die amsel beginnt zu singen

zum ersten mal
ist dir
als würdest du ihr lied
zum letzten mal hören

und deine finger
streicheln den schlüssel
ehe du ihn in wieder
die schatulle legst


in deutschland

worte wie gedichte

weißdorn und amsel
wilder mohn
regen an der scheibe
eine zugfahrt zu 
spätem glück
sommerwinde und 
das licht des südens 
meilenweit 
lavendel in blüte 

brennen sich zärtlich
durch all meine sinne

sitze ich im zimmer 
vor nachrichten aus
einer fremden welt

höre die fremde rede
hasstrief voll bosheit
worte und blicke 

und sehne die raben herbei


nachtfalter

ich liege in meiner nacht herum
wie tropfen für tropfen fallen
sekunden aus ihr heraus

und
wälzen mich meine gedanken
finden nicht komma und punkt
um schließlich wie onans lust
auf dem boden zu liegen

und
nachtmare streiten die ganze zeit
um ihre hoheitsbereiche
müde lach ich sie aus

ich bin kein schattenkind und doch
in meiner nacht gefangen mit angst
vor jedem tag
denn über euch kann ich
schon lange nicht mehr lachen


Wenn dir die Werke gefallen, findest du inzwischen im Buch-Shop auch den Gedichtband >>mein lavendel trägt schwarz<<.

»mein lavendel trägt schwarz« ist eine sammlung von gedichten, die zum größten teil im jahr 2020 geschrieben
worden sind. die gedichte berühren unterschiedliche themen – von liebe und sterben; eros und politik, fernweh
und der kraft der hoffnungslosigkeit – um endlich die dinge und verhältnisse zu ändern. sie sind ein versuch, nicht
im zynismus unterzugehen. und sie sind ein zärtlicher blick auf all die kleinen dinge, die sonst nicht gesehen werden.

Die Einnahmen für das Buch werden als Spenden für ein queeres Projekt weitergereicht.

Black Lavender
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Von Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln