Aufstand breitet sich in Senegal aus

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Ein Aufstand hat sich über Senegal ausgebreitet, als Militante nach der Verhaftung von Ousmane Sonko am Mittwoch Polizeiautos verbrannten und mit der Polizei zusammenstießen. Gerichtsgebäude, Häuser von Regierungsbeamt:innen und Unternehmen in französischem Besitz wurden bei dem Aufstand ebenfalls angegriffen.

Ousmane Sonko erschien am Freitag vor Gericht, angeklagt wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Ihm wird auch eine Vergewaltigung vorgeworfen.

Er bestreitet die Anschuldigungen und seine Unterstützenden sagen, dass die Anschuldigungen politisch motiviert sind.

Obwohl der Aufstand durch Sonkos Verhaftung ausgelöst wurde, sind die zugrundeliegenden Probleme des Neokolonialismus und Kapitalismus die Wurzel der Revolte militanter Jugendlicher. Senegal wurde von Frankreich kolonialisiert, bis es 1960 offiziell die Unabhängigkeit erlangte. Frankreich, das mit Investitionen im Wert von über 1,7 Milliarden Euro der größte ausländische Investor im Senegal ist, bleibt ein neokolonialer Ausbeuter des senegalesischen Volkes.

Am Freitag errichteten Militante behelfsmäßige Barrikaden in der Hauptstadt Dakar, wo der Boden mit verbrannten Trümmern bedeckt war und Menschen „Free Sonko“ skandierten.

Antikoloniale Militante haben Geschäfte in französischem Besitz wie Supermärkte und Tankstellen ins Visier genommen, weil Frankreich unter Präsident Macky Sall seine wirtschaftlichen Interessen in seiner ehemaligen Kolonie ausgebaut hat.

Während der Demonstrationen in Mbour sind zwischen 15 und 20 Gefangene aus dem Gefängnis geflohen.

In Diourbel setzten Militante ein Gericht in Brand und in Khombol wurde das Familienhaus des Innenministers Antoine Abdoulaye Dione niedergebrannt.

In Sedhiou wurde das Fahrzeug des Gouverneurs verbrannt, ebenso wie alle Fahrzeuge der regionalen Inspektion für Wasser und Wälder. Versorgungseinrichtungen und Symbole des Staates wurden geplündert. Reifen, verbrannte Baumstämme sowie Dreiräder wurden vor dem Rathaus deponiert. Im Stadtzentrum von Sedhiou wogten überall Rauchsäulen.

In Saint-Louis wurde das Hauptquartier der APR (Alliance for the Republic), der regierenden politischen Partei, niedergebrannt und vandalisiert und das Mobiliar weggeschafft.

Anschließend entluden die jungen Militanten ihre Wut auf der Avenue de Gaulle und brannten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Zusammenstöße mit der Polizei auf dieser Achse führten zum Brand eines Fahrzeugs der Polizei und einer der in französischem Besitz befindlichen Total-Tankstellen, die sich an dieser Allee befindet.


Quelle: Abolition Media Worldwide

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