Bauernaufstand in Indien schafft Massenbewegung

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Hunderttausende von Farmer:innen, viele mit Traktoren oder auf Pferden, zogen am Tag der Republik, dem 26. Januar, in die indische Hauptstadt Neu-Delhi. Sie reagierten damit auf die Entscheidung der Regierung unter Narendra Modi, Gesetze zu erlassen, die die Existenz vieler armer Bauern und Bäuerinnen bedrohen. Die von der Modi-Regierung vorgeschlagene wirtschaftliche Liberalisierung beinhaltet drei Gesetze, die die indische Landwirtschaft für die großen Agrarkonzerne öffnen, was den Kleinbäuer:innen die Lebensgrundlage entziehen wird. Modi dachte, dass die Bäuer:innen dies einfach so hinnehmen würden, aber sie haben sich massiv mobilisiert und fordern die Aufhebung der Gesetze und die Beibehaltung einer Mindestpreisstützung für landwirtschaftliche Produkte.

Trotz massiver Polizeirepression und extremer Kälte haben sich die Bäuer:innen seit zwei Monaten am Stadtrand von Neu-Delhi versammelt. Der Tag der Republik ist der Tag, an dem das Modi-Regime eine massive Militärparade abhält, seine neueste Ausstattung vorführt und Drohungen gegen das benachbarte Pakistan und nun auch China ausspricht. Doch der ganze Donner dieses abscheulichen Spektakels wurde weggenommen, als die Bäuer:innen durch Stahlbarrikaden krachten und den Wasserwerfern und der Brutalität der Polizeibanden trotzten. Sie beschlagnahmten das alte Gebäude des Roten Forts und hissten dort ihre Fahnen. Trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Bullen, wurden sie von der Masse der Bäuer:innen beiseite gefegt. Anderswo in Indien gab es viele weitere Proteste, auch in Mumbai.

Die rechte hindu-nationalistische Regierung von Modi ist ein Verbündeter von Trump gewesen. Der Angriff auf die Bäuer:innen war nur eine der Maßnahmen, die gegen die indischen Massen durchgeführt wurden. Modi und seine Kumpane wollen mit China um die Bereitstellung von billigen Arbeitskräften konkurrieren und haben ein Programm zur wirtschaftlichen Umstrukturierung eingeführt, ein kompletter Angriff auf die Arbeiterklasse, abgestempelt mit der Zustimmung des Internationalen Währungsfonds. Als Reaktion darauf forderten die Arbeiter:innen, dass die Hunderte von Millionen, die arbeitslos geworden sind oder Löhne verloren haben, von der Regierung finanziell unterstützt werden. Zwei eintägige Streiks mit Dutzenden von Millionen, die größten Generalstreiks in der Geschichte der Menschheit, fanden im Jahr 2020 statt.

Die Modi-Regierung hat die Pandemiekrise auf katastrophale Weise gehandhabt, mit mindestens 150.000 Toten (obwohl die tatsächliche Zahl viel höher ist). Modi und Co. haben nun Angst, dass die große Bewegung der Bäuer:innen weitere industrielle Unruhen auslösen und sie von der Macht fegen wird. Wir hoffen aufrichtig, dass dies geschieht, und blicken auf weitere Entwicklungen im Kampf in Indien.

Was die kommunistischen Parteien angeht, haben die kommunistischen Parteien, die Teil des politischen Establishments sind und wichtige Rollen in den lokalen Bundesstaaten Indiens haben, die „Gewalt“ der Bäuer:innen verurteilt und die Augen vor der Polizeigewalt verschlossen, die diesen heldenhaften Widerstand der Bäuer:innen hervorgerufen hat.


Quelle: ACG

SchwarzerPfeil
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