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Black Lavenders Lyrik-Ecke Woche XXVI

sehnsucht nach dem fernweh meiner kindheit

die große welt fuhr meist an uns vorbei
hielt zweimal nur
am abend und morgen
wurde ein neuer tag
wie gestern schon
und alles immergleich
stieg selten aus
und viele ein
und kamen nicht zurück
du meine erste liebe

meine blicke
angeheftet an zügen
gebar ich unstillbares fernweh
und
als ich ging
wuchs längst gras über die gleise
und glühte mohn wie noch in meinen träumen

fernweh
ist geblieben
wo ich auch bin
sind meine blicke angeheftet an die gehenden
aber auch meine sehnsucht
ist geblieben
dort
neben der bahnstation


krone

platz! hirsch!
dein gehörn – dein stolz
alle sehen
du hast den grössten hornbesatz
am kopf
gut bestückt
verhakst du dich in deinem wohlgefallen

wo alles lacht
du röhrst


la femme

im offenen widerspruch
zu jedem gefühl im raum
bewegte bewegerin
ziehst du alle in deinen bann
und nicht nur meine augen
folgen dir hungrig

doch weder für uns
noch für dich hast du
blicke allein für deine
geliebte die

– bisher unbeachtet –
am rande saß

und nun unseres
neides sicher ist
als dein kuss sie trifft

Black Lavender
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Von Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln