Black Lavenders Lyrik-Ecke Woche XXV

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praça das flores III

wir sitzen auf einer der bänke
am brunnen im schatten der bäume
genießen es freundlich geduldet zu sein
im herzen des viertels wo sie sich treffen

und wenn die sonne unter die kronen der
höchsten bäume des platzes lugt
kommt wie jeden tag der alte mann
mit kescher und eimer zum brunnen an dem wir sitzen

wie jeden tag fängt er die blätter des gummibaums
und die ins wasser verwehten reste des alltags
papier und folien die wind oder unachtsamkeit
im brunnen fallen ließen und füttert die fische

aus einem land wo papieraufheben
auf staatlichen zwang deutet oder die liturgie
der kehrwoche verweist bewundern wir seine würde
die ohne aufforderung auskommt oder dank und lohn

ohne attitüde und ohne große geste
ohne geschwätzigkeit und ohne hast
ist es keine arbeit und keine mühe
sondern sein geschenk und ich seltsam beschämt


fußläufig das glück

als der ruf des käuzchens
mich nicht mehr schreckte
war es zeit zu gehen

ich lief durch die nacht
und hörte die sterne nicht
taub meine ohren

müde von den tagen
und traumlos der schlaf
und ich ohne grund

stand am weg eine leere scheune
ich bin unterwegs und am himmel
wandert auch das siebengestirn

der weg ist nicht mein ziel
zum glück ist es doch wahrhaft
eine ungeheure reise

doch auf der straße
träume ich wieder
auch in der nacht


im jetzt

während mein schlaf nur
schnell zigaretten holt
versuche ich mühsam
meine verzweiflung zu beruhigen

nur nachts traut sie sich hervor
und selbst im licht der lampe
krallt sie sich an mir fest
während ich lange briefe schreibe

Black Lavender
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