Fotopia e.V. startet 2021 voraussichtlich unkommerzielle Fotoplattform für Protest und soziale Bewegung

Download als eBook oder PDF:

fotopiaseite.jpg

Fotopia e.V. startet 2021 voraussichtlich unkommerzielle Fotoplattform für Protest und soziale Bewegung

Der gemeinnützige Verein fotopia e.V. plant im kommenden Jahr eine Webseite zu launchen, die kritisch denkende Fotograf*innen und Aktivist*innen aus sozialen Protestbewegungen und zivilgesellschaftliche Gruppen zusammenbringt. Der Dienst soll kostenlos sein und hat zum Ziel, Protestbewegungen und Aktivist*innen eine eigene unkommerzielle Fotoplattform zu schaffen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Um die Grundversion der Seite fertigstellen zu können, bittet der Verein in den kommenden Wochen um Spenden.

Fotopia will linke Medien schöner machen

Zur Idee von fotopia sagt Otto, Mitglied des Vereins: „Wir wollen alternative Medien visuell attraktiver und linke Aktionsformen sichtbarer machen. Unsere Idee: Menschen können Fotos von Protestaktionen und emanzipatorischen Veranstaltungen auf fotopia hochladen und diese Bilder Aktivist*innen aus sozialen Bewegungen kostenlos zur Verfügung stellen. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, Menschen, die in Protesten involviert sind, besser zu vernetzen. Nicht zuletzt sollen alternative Fotograf*innen eine Plattform bekommen, von der aus sie ihre Arbeit sinnvoller gestalten können.“

Die Vereinsmitglieder versuchen bereits seit mehreren Jahren die Plattform zu entwickeln, was bis jetzt an dem enormen Finanzierungsbedarf für die Programmierung der Seite gescheitert ist. Nachdem Ende 2018 eine Crowdfunding-Kampagne erfolglos blieb, haben sie sich nicht entmutigen lassen und sich dazu entschlossen, die Grundfunktion der Plattform vorläufig und kostengünstig in dem offenen Webseitenbaukasten WordPress zu entwickeln.

Zuerst wird nur eine schlanke Version von fotopia veröffentlicht

In einem Blogbeitrag schreibt der Verein: „Die Idee ist, nicht die komplette Seite bis ins Details durchzuentwickeln, sondern erst mit einer Grundversion zu starten und diese auszubauen.“ Dieser Weg ist zwar schnell und preiswert, hat aber den Nachteil, dass die Seite nicht die volle Funktionalität hat wie man das von großen kommerziellen Fotoplattformen gewöhnt ist, schreiben die Vereinsmitglieder in dem Beitrag.

Mit dem Prototyp der Seite sollen die Nutzer*innen laut Verein Fotos hoch- und herunterladen, suchen und Verschlagworten können. Abstriche muss man hingegen bei der Übersichtlichkeit der Seite, nachträglichen Änderungen an den Schlagworten der Bilder und den auswählbaren Lizenzen hinnehmen. Bis jetzt sind nur Creative-Commons-Lizenzen auswählbar, die es nicht erlauben, den Nutzungskontext einzuschränken. Otto sagt dazu: „Den größten Kompromiss haben wir bei etwas machen müssen, das die Benutzer*innen so gar nicht merken werden. WordPress ist leider nicht dafür gedacht, eine große Bilddatenbank zu beheimaten. Wenn viele Menschen unseren Dienst nutzen, müssen wir das System irgendwann von Grund auf neu bauen, wenn es leistungsfähiger werden soll.“

Fotopia sammelt, um die Seite online bringen zu können

Um die vorgefertigten WordPress-Komponenten auf ihre Bedürfnisse anzupassen, arbeitet der Verein mit einer Webentwicklerin zusammen. Lotta von fotopia, im Verein für die Finanzen zuständig, sagt: „Wir Vereinsmitglieder arbeiten alle ehrenamtlich, aber Know-how von Extern müssen und wollen wir entlohnen. Dafür haben wir alle Mittel aufgebraucht, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben. Um die fast fertige Grundversion der Plattform Live zu schicken, brauchen wir noch finanzielle Unterstützung.“

Lotta berichtet, um welche Dinge es sich dabei noch handelt. „Zum Einen benötigen wir Rechtsberatung bei der Erstellung unserer AGB. Dies ist einer von mehreren Schritten mit denen wir sicherstellen wollen, dass die Inhalte der Seite nicht für rassistische oder sexistische Inhalt missbraucht werden. Fotopia ist ganz progressiven Idealen verpflichtet.“ Otto ergänzt: „Damit die Plattform starten kann, muss sie auf einen neuen Server umziehen, hier rechnen wir auch mit mehreren Stunden Aufwand bei der Administrierung und der Korrektur kleinerer Fehler.“

Und dann kommen noch laufende Kosten für den Datenverkehr und den Webspace hinzu, berichten die beiden. „Wir haben noch viele Ideen, wie wir fotopia besser machen können, aber in erster Linie möchten wir jetzt unsere jahrelang geplante Plattform endlich starten und zeigen: sie kann sozialen Bewegungen nützlich sein“, sagt Lotta.

Wie man sich beteiligen kann

Wer den Verein und sein Ziel unterstützen will, kann dies auf der Webseite fotopia.cc tun. Hier gibt es ein Spendenformular und viele weitere Infos. Wer über die neuesten Entwicklungen informiert sein will, kann dem Verein in den sozialen Netzwerken wie Twitter, Mastodon oder Instagram folgen oder ihren Blog unter blog.fotopia.cc lesen.

Download als eBook oder PDF:

Anonym

Anonym eingereichter Beitrag. Formular um anonym Beiträge einzureichen: https://schwarzerpfeil.de/anonymen-beitrag-einreichen/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.