Black Lavenders Lyrik-Ecke: Woche XXII

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einmal

die narben von deinen händen
siehst du
nicht die trümmer meiner welt

wer gab dir das recht
wer dein lachen
auf meinem schweigen

während steine schreien

zu staub zermahlen

mit dem staub erhebe ich mich
und tanze deinen untergang


wild der mohn

meilenweit roter mohn
an der straße auf
der wir durch die landschaft
fahren als gäbe es ein ziel
das wir noch erreichen müssen

sehen wir an den rändern
fragile schönheit
die sich flammenrot
in alle sinne brennt
und schnell verweht

kannst ihn nicht mitnehmen
es gibt keinen mohn to go
können nur wir
unsere richtung ändern


psalm
(zu singen nach der weise
der anklagenden mütter)

zur mitternacht
stehe ich auf

erhebe ich mich
gott oh höre

dich schreien
dein verzweifeln
und
wiege dann
wie im gebet
in meinen armen
dich wie eine mutter
ihr kind an ihren brüsten
wiegt
gieb mir den schmerz
noch habe ich dafür
die liebe und auch noch
der kurzen tage zeit
um deinen schmerz
zu tragen

und mein erbarmen
dir zu geben
gott
ach wolltest du vertrauen
ich halte dich

und berge dich in meinem schoß
und trage dich bis an den rand
der nacht

um dich dem tag zu schenken
wenn dir das licht
die andern schrecken macht
und bin dann da
für dich
um dich zu trösten

Black Lavender
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Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln

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