12. Jahrestag des Mordes an Alexis Grigoropoulos in Griechenland

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Am diesjährigen 6. Dezember sind 12 Jahre seit dem kaltblütigen Mord durch die griechische Polizei an dem 15-jährigen Alexis Grigoropoulos in der Nachbarschaft von Exarcheia vergangen. Eine lange Zeit, in der der Gerechtigkeit, gelinde gesagt, nicht Genüge getan wurde. Schlimmer noch, im letzten Jahr erreichte der Zynismus der Behörden ein ungesehenes Ausmaß – Alexis‘ Mörder Epaminondas Korkoneas, der nie Reue für seine Tat geäußert hat, wurde nach nur 11 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Aber mehr als das geht die Bedeutung dieses Jahrestages über die bloße Bestrafung des Mörders hinaus. Es ist Teil der langen Liste von Gräueltaten, die vom Staat rücksichtslos begangen und von den kapitalistischen Medien berichtet werden. Als solches ist es eine starke Erinnerung an die Nekropolitik, die allen bürokratischen Strukturen innewohnt.

Polizei in Exarcheia am 6. Dezember


In diesem Jahr verbot die Regierung der Nea Demokratia den Menschen, sich an dem Ort zu versammeln, an dem der Mord stattfand. Dies stand im Einklang mit den früheren Verboten von Demonstrationen und Versammlungen, die von der Regierung als Maßnahme gegen die Pandemie entschuldigt wurden.

Genau wie am 17. November wurden mehr als 5000 Polizist:innen im gesamten Athener Stadtzentrum eingesetzt und verwandelten es in eine Festung. Vom frühen Morgen an wurde jede Person, die von der Polizei in der Nähe von Exarcheia auf dem Weg zum Ort des Mordes gesehen wurde, angehalten und bei vielen Gelegenheiten festgenommen, obwohl die meisten dieser Leute Masken trugen, Abstand hielten und einfach nur eine Blume zum Gedenken an Alexis legen wollten. Stattdessen wurden die Leute in Polizeiwagen und – stationen zusammengepfercht, wo keine Abstände eingehalten wurden, was uns zeigt, dass das wahre Anliegen der Nea Demokratia nicht die öffentliche Gesundheit war, sondern die Beendigung eines populären Jubiläums gegen den Staat. Die Zahl der Inhaftierten überstieg 80 Personen, unter ihnen zwei der antifaschistischen Anwält:innen der Familie von Pavlos Fissas, die an dem historischen Prozess beteiligt waren, der die faschistische Partei Golden Dawn ins Gefängnis brachte.

Die Inhaftierten vom 6. Dezember


Letztendlich gelang es der Regierung, die jährliche Massendemonstration am 6. Dezember zu verhindern. Trotzdem fanden einige kleine Versammlungen außerhalb des Stadtzentrums statt.

Bis jetzt hat die griechische Regierung die Pandemie als Vorwand benutzt, um einen Ausnahmezustand einzuführen, in dem jede Form von Dissens bestraft wird. Menschen, die es wagten, ihren Dissens auszudrücken, wurden mit Gewalt und Inhaftierung konfrontiert. Es liegt an der gesamten griechischen Gesellschaft, sich mit dieser neuen Realität nicht vorzeitig abzufinden.


Quelle: FreedomNews

Anmerkung: Die Regierung und die Cops haben jedoch nur einen Tag gewonnen. Am darauffolgenden Tag, am 7. Dezember, haben die Menschen eine erneute Chance genutzt um an Alexis Grigoropoulos zu gedenken. Es kam zu mehreren Übergriffen und Festnahmen.

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