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Black Lavenders Lyrik-Ecke: Woche XIX


zeit 

manchmal 
da trennt mich nur eine handbreit

und ohne 
dass du es siehst 

nicht in meinen augen 
in meinem lächeln nicht 
nicht in wort noch blick 

und dann gehe ich hinaus 
und der gedankenstrich 
   so lang wie die radien 
   der erde 

welche wunde heilt mich von der zeit


für einen tag

mein spiegelbild trägt
das lächeln noch
für mich 
im gestern hab
ich’s ihm gegeben

bewahrt es mir
auch in den nächten sicher
als weiß es nicht 
welch tag noch kommt

wenn wir uns sehen
seh ich die traurigkeit 
tief hinter seinen augen


coimbra 

fernwehwirr laufen wir 
durch irgendeine nacht 
trinken barfuss billigen 
wein am brunnen 
im rausch fremder worte 
und schmerzlicher lieder 

die wärme des tages 
schwitzt uns entgegen 
aus staubigem boden 
verlieren uns ineinander im 
gold der laternen das die 
runzeln der häuser umspielt 

fern von allem 
was heimat hieß 
in einer anderen welt

Black Lavender
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Von Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln