Interview: Revolutionary Art by The Rebel Unleashed

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Das Projekt TheRebelUnleashed.net ist das Ergebnis einer antifaschistischen und antikapitalistischen Haltung, gepaart mit Wut, die aus der Tatsache geboren wurde, dass Menschen wegen des Reichtums von wenigen und der Unwissenheit der Mehrheit leiden.

Die Idee ist, Revolutionary Art für gleichgesinnte Genoss:innen rund um den Globus zu schaffen und es dreht sich alles um radikale und zum Nachdenken anregende Grafiken, die benutzt werden können um die Leute aufmerksam zu machen, unsere Einstellung zu teilen, unsere Wut über das verrottete System auszudrücken, welches unterdrückt und tötet, sowie um Solidarität mit anderen zu zeigen, die gelitten und gekämpft haben. 


INTERVIEW

Stelle dich und dein Projekt kurz vor.

Nun, ich bin Anarchist und stelle Grafiken her, die sich in erster Linie mit Anarchsimus und Antifaschismus befassen und kostenlos auf der Website TheRebelUnleashed.net zu erhalten sind.
Fuer die Website sind auch noch mehr Sachen geplant als nur die Grafiken.
Es gibt bisher noch eine Seite mit empfohlenen Websiten, mir gehen aber auch noch andere Dinge durch den Kopf, welche ich aber noch nicht konkretisieren moechte.
Ist eben auch alles ziemlich zeitaufwaendig, mal sehen.


Seit wann besteht das Projekt und was hat dich dazu bewegt es ins Leben zu rufen?

Ich bin seit meiner fruehen Jugend, aufgrund von diversen Vorkommnissen antifaschistisch eingestellt, war jedoch mal mehr und mal weniger aktiv, was stark mit den Wohnorten und verschiedenen Freundeskreisen zu tun hatte, die ich durchlaufen habe.
Von 2011 bis 2015 war ich Mitglied eines Kollektivs, welches aus internationalen MusikerInnen bestand.
Da hab' ich mich hauptsaechlich um die Gestaltung von Alben, Flyern und Logos gekuemmert.
Wir hatten einige gute Projekte umgesetzt, allerdings stand bei der ganzen Sache die politische Richtung nicht wirklich im Vordergrund.
Irgendwann begannen dann Einige, ziemlich hinterlistige Dinge abzudruecken und auch teilweise schraege Einstellungen zu vertreten, da merkte ich, dass es mich einfach nur noch ankotzte, sodass ich mich entschloss auszutreten.
Nach einer Ruhepause von Allem, kam dann 2016 unser erstes Kind zur Welt, Trump wurde Praesident und nationalistisches Gedankengut begann in der Welt wieder auf fruchtbaren Boden zu fallen.
In dieser Zeit machte ich mir Gedanken, was ich machen koennte, was ich einbringen koennte, vor allem weil klar war, dass aufgrund des Kindes einige Sachen erst mal nicht mehr drin sein wuerden, wie zum Beispiel Demos, bei denen es auch mal hart auf hart kommen koennte.
Des Weiteren sind auch koerperliche Einschraenkungen dazugekommen, man wird ja nicht juenger.
Lange Rede, kurzer Sinn; ich dachte mir, warum nicht meine Fertigkeiten einsetzen und fuer weltweit Gleichgesinnte radikale Grafiken erstellen, welche unseren Zorn, unsere Vorstellungen von einer besseren Welt, wiederspiegeln und zum Nachdenken anregen?
Es ist natuerlich klar, dass es solche Dinge im Netz wie Sand am Meer gibt und dass dieses Projekt keine Revolution hervorbringen wird.
Aber ich finde, je mehr Material da ist, was aufruetteln, Menschen zusammenbringen und andere unterstuetzen kann, desto besser.
Von daher startete ich "The Rebel Unleashed" und waehlte diesen Titel unteranderem deshalb, weil ich mich "losketten" wollte, von Vorgaben, die uns gemacht werden um in die Konformitaet zu passen.


Hast du für einige deiner Arbeiten, zB ein kontroverses Bild oder bei krasser Darstellung von Gewalt, auch schon harte Kritik einstecken müssen? Wie gehst du damit um?

Bisher ist mich noch niemand angegangen oder hat mich kritisiert.
Aber das kommt bestimmt noch, bin ich doch bereits wegen diversen Ansichtspunkten als Anarchist auch der Feindseligkeit von einigen heuchlerischen Linken ausgesetzt.
Probleme hab' ich aber weder mit Kritik noch mit event. Anfeindungen.
Meiner Meinung nach, koennen die Grafiken nicht radikal genug sein, denn das Sprichwort "Bilder sagen mehr als tausend Worte" reflektiert doch am besten, dass unsere Psyche sich erst ernsthaft mit Dingen auseinandersetzt, wenn Visuelles vorliegt.
Siehe Holocaust, Polizeigewalt, Zustaende in der Tierindustrie, Fluechtlingskinder, die tot am Strand angespuelt werden und und und.
Klar, dass sich die Nackenhaare bei uns allen aufstellen, wenn man erzaehlt bekommt, welche Greultaten so veruebt wurden und werden.
Aber erst wenn dir die Realitaet in Form von Bildern ins Gesicht gehalten wird, bekommen Worte eine ganz andere Untermalung.
Worte koennen dir eine Schelle verpassen, Bilder jedoch, schlagen dir unweigerlich ins Gesicht und helfen eventuell einige Dinge auf dieser Welt mal anders zu betrachten und Gedanken anzuregen, dass wir endlich mal handeln und was aendern muessen.
Es gibt Symbolik, Solidarisches, einige Sachen provozieren, einige helfen nicht zu vergessen, andere zeigen die brutale Realitaet, eben eine große Mischung aus der anarchisitischer Perspektive betrachtet, der ignoranten Gesellschaft den Spiegel vorhaltend.
Aber wie erwaehnt, sind es genau solche Bilder, die sich im Kopf festsetzen und anregen.


Können sich andere Person bei dir einbringen, zB das Teilen ihrer eigenen Grafiken auf deiner Seite?

Nein, auf der Website werden lediglich "eigene" Sachen veroeffentlicht.
Drueber nachgedacht hab' ich schon, ist aber aktuell keine Option.
Ich hab' nicht wirklich die Zeit, staendig zu schauen, ob nicht irgendwelche Trolls Scheiße posten, wie es auch bei indymedia ja schon mehrmals der Fall war.
Auch wenn es dann zu viel wird, kann der Ueberblick schnell verloren gehen und dir das schnell entgleiten.
Das ist einfach nicht drin.


Wie kann man dich unterstützen?

Mich selbst nicht wirklich.
Es ist zwar ein (immer noch nicht funktionierender) Button auf der Website, der eigentlich zu einer Plattform verlinken soll wo man spenden kann fuer das was ich mache.
Allerdings konnte ich bisher noch keine finden, bei der ich anonym gegenueber SpenderInnen bleiben kann.
Bei dem was ich mache, waere es ein Schuss ins eigene Knie, leichtfertig meinen Namen preiszugeben, vor allem weil ich nicht Max Mueller heiße und mein Name schon eher zu den selteneren gehoert.
Wenn eine Bullette z. B. 1 Cent spenden wuerde und somit umgehend meinen Namen kennt, koennte ich mir auch gleich ein Schild umhaengen und vor der naechsten Wache nackt hin und her springen.
Von Nazitrolls im Netz ganz zu schweigen.
Nein, keine Namen, keine Strukturen.
Aber es sind bisher 2 meiner Sachen bei z. B. linke-t-shirts.de auf Klamotten, Taschen, Flaggen etc. zu haben und von jedem erworbenen Artikel, wird ein Teil des Betrags an See-Watch gespendet und das zaehlt viel mehr als ein paar Euro in der eigenen Tasche, wobei ich die Betraege sowieso spenden wuerde, als sie fuer mich zu behalten.
Mach' die ganze Sache ja auch aus Ueberzeugung fuers große Ganze, deshalb werden auch immer alle Grafiken kostenlos zur Verfuegung stehen.


Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Naja, der Kampf gegen Nazis und alle anderen Menschenfeinde und Menschenfresser ist ein Marathon, kein Sprint, genau wie die Revolution nicht in ein paar Jahren umzusetzen ist.
Von daher weitermachen, komme was wolle.
Dranbleiben und allem Scheiß die Stirn bieten, denn wer aufgibt, hat ja bekanntlich schon verloren und das gilt in den heutigen Zeiten mehr denn je, vor allem weil uns so langsam die Zeit weglaeuft.
Je mehr eingebracht werden kann, desto besser.
Sei es die Aufklaerung und Berichterstattung wie ihr sie betreibt, in Form von Grafiken, anarchistische Radiosender, die Praesenz auf der Straße etc.; alles hilft, nur das Aufgeben nicht.
¡No pasarán!, damals wie heute.
Anarchist Fox
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Anarchist Fox

>> Rotfuchs ohne rote Gedanken - Anarchistin ohne Adjektive << Wirke seit Mai 2020 bei SchwarzerPfeil mit. Seit Oktober 2020 mit eigenem Profil unter welchem ich meine persönlichen Gedanken verfasse, unter dem Titel Fuchsgeflüster. ***I die, as I have lived, a free spirit, an anarchist, owing no allegiance to rulers, heavenly or earthly.*** - Voltairine de Cleyre

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