Trotz Einschränkungen kämpfen wir weiter!

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Während in Hessen Aktivist*innen den Dannenröder Wald gegen eine Autobahn verteidigen, sind in Westfrankreich in der Nähe von Nantes auf einer Insel gegen die Erweiterung eines Hafens. Sie rufen dazu auf während dem Lockdown auf die Zad (zone à defendre – zu verteidigende Zone) zu kommen.

One Struggle one Fight!

 

Trotz Einschränkungen kämpfen wir weiter

Die Zad du Carnet ruft dazu auf sich der Besetzung während der Ausgangssperre und danach anzuschließen um den Kampf fortzuführen.

Seit dem Beginn der Covid-19 Pandemie haben die kapitalistischen Dirigent*innen ihre Inkompetenz gezeigt. Um so mehr können wir heute mit der Ausgangssperre feststellen, dass ihre Gesellschaft aus nicht mehr als Zahlen, Repression, Disziplin und Autoritarismus besteht.

Die Zerstörung von natürlichen Gebieten fördert die Übertragung von Krankheiten von Tieren zu Menschen. Die Ströme der Wirtschaft welche auf dem weltweiten Handel basieren und der Konzentration der Bevölkerung in den Metropolen begünstigt die extrem schnelle Verbreitung des Virus. Alle Regierungsentscheidungen sind dazu gedacht die Wirtschaft maximal zu schützen zum Nachteil der verletzbarsten Gruppen. Sie haben zu spät reagiert um den Virus zu bekämpfen, kurz vor knapp, das heißt mit überbelasteten Krankenhäusern haben sie sich zwei Mal für den Lockdown entschieden.

Und was für eine Ausgangssperre? Sie lassen die Schulen offen, einen der Hauptübertragungsorte des Virus, mit dem Ziel die Eltern weiter arbeiten zu lassen. Die Dirigent*innen zeigen ihre wahren Prioritäten. Gut eingerichtet in ihren Villen ignorieren sie die Konsequenzen der Ausgangssperre für die Menschen in den Arbeitervierteln, den Einsamen, Prekären, Alten, Gewalt- und Diskriminierungs- Betroffenen, denen ohne Ersparnisse usw.

Deswegen machen wir auch keine Pause in unserem Kampf während der Ausgangssperre. Im Gegenteil, die Pandemie stärkt unsere antikapitalistischen, feministischen, queeren, antikolonialen und ökologischen Überzeugungen.

Konkret hoffen wir, das wir durch das Verhindern einer großen Hafenerweiterung auf der Île du Carnet einer der vielen Kieselsteine zu sein werden, welche den Lauf der Wirtschaft stoppen.

Auf der Zad du Carnet versuchen wir gleichzeitig gemeinsam eine angenehmere Zukunft für alle zu bauen, gegen alle Formen der Unterdrückung, durch das Diskutieren, Aufbauen und Entwickeln von (neuen) Lebensentwürfen.

Wenn der Staat sich dazu entscheiden uns während der Ausgangssperre zu räumen, zeigt er durch die Auflösung wie bei der Zad de la Dune (Zad der Düne 1), dass der Kampf gegen Covid-19 keinen Vorrang hat und er unter dem Vorwand der Gesundheit soziale und ökologische Kämpfe unterdrückt.

Wenn ihr euch in diesen Werten und Argumenten wiedererkennt, kommt und zieht nach Carnet während und nach dem Lockdown. Wenn ihr könnt bringt eure Zelte, Wohnwägen und Schlafplätze, Baumaterialien und Nahrungsmittel mit. Wir haben auch erwärmte Hütten und gemischte (Begrüßungs-)Räume. Wir reflektieren gemeinsam wie wir gemeinsam leben können ohne unsere nicht menschlichen Freunde auf der Insel zu stören.

Wenn ihr könnt und euer Herz es euch sagt, bleibt nicht Zuhause in euren kleinen Wohnungen oder den überbevölkerten Städten und kommt und profitiert von den 400 Hektar Freiheit mit uns.

Bis Bald

Bewohner*innen der Zad du Carnet

 

Original auf: https://zadducarnet.org/index.php/2020/10/29/meme-confinees-nous-continuons-la-lutte-au-carnet/

 

1 Die Zad de la Dune gegen eine andere Hafenerweiterung wurde Anfang des Jahres während dem ersten Lockdown geräumt.

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