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Black Lavenders Lyrik-Ecke: Woche XV

Jede Woche eine kleine Auswahl an Gedichten mit politischem, gesellschaftlichem und philosophischem Einfluss

Von Black Lavender, Anarchistin & Poetin der kleinen Dinge


sehnsucht nach dem fernweh meiner kindheit

die große welt fuhr meist an uns vorbei
hielt zweimal nur 
am abend und morgen 
wurde ein neuer tag
wie gestern schon 
und alles immergleich
stieg selten aus 
und viele ein
und kamen nicht zurück
du meine erste liebe

meine blicke 
angeheftet an zügen 
gebar ich unstillbares fernweh
und
als ich dann ging
wuchs längst das gras über die gleise
und glühte mohn wie noch in meinen träumen

fernweh ist geblieben
wo ich auch bin
sind meine blicke angeheftet an die gehenden
aber auch meine sehnsucht ist geblieben
dort
neben der bahnstation
wo ich gewartet habe


machtdiskursverschiebung

lange schon her
sitzen wir uns gegenüber
die realität und ich

doch alles wie immer
die gleichen argumente
vernunft und logik der realität

karikatur meines deutschlehrers
sie hört mir nicht zu
wir reden aneinander vorbei

sie hat die fakten
sie hat die beweise
und sie hat recht wie so ein mann

am ende ein nicken
ich hole mein einhorn
streue zauberpulver auf meinen weg

Black Lavender
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Von Black Lavender

black lavendel - christliche anarchistin - schreibt, um nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden - wohnt in ihrem fernweh nach einer anderen welt, in der wir weder uns noch andere ausbeuten - antinational - vegan - queer - verliebt. motto: lyrik ist die fortsetzung der verzweiflung mit anderen mitteln