Black Lavenders Lyrik-Ecke: Woche XI

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Jede Woche eine kleine Auswahl an Gedichten mit politischem, gesellschaftlichem und philosophischem Einfluss

Von Black Lavender, Anarchistin & Poetin der kleinen Dinge


triumph der aufklärung 

während sterne sich 
im leuchten üben 
um zu glänzen 
in dunkler nacht 

lassen die vollends 
aufgeklärten menschen 
alles erstrahlen 

zeichen ihres triumphalen 
unheils 

einzig kinderaugen könnten 
noch leuchten 
doch bricht sich 
deren glanz im schlamm 

während alles erstrahlt 
im zeichen einer 
aufgeklärten menschheit


keine liebe im falschen 

für einen moment stehen wir uns gegenüber. ich schaue in deine augen. sehe dich. du bist schön. ich bin verwirrt. 

male mir aus, wie das wäre. zufällig wie hier hätten wir uns in einer bar getroffen. unsere blicke wären aneinander hängen geblieben. 

deine lippen, deine augen, dein haar – mit leisem verlangen hätte ich mich an einen tagtraum verloren mit dir in der hauptrolle.

ein zwinkern und ein schüchternes lächeln. ein flirt ohne absicht. oder mehr. wir hätten gespielt. ausgang offen. möglich vieles. 

ich sehe deine augen. ohne jedes verlangen sehe ich deine lippen, dein haar. und ich sehe angst in deinem blick. 

du schaust in meine augen. was siehst du? bin dir gegenüber – noch mensch. spiegelst du dich in meinen augen? siehst du meine angst? 

hältst in den händen helm und schlagstock. trägst brustpanzer und schienen. gerüstet. bereit, mich niederzuschlagen auf befehl. 

kurz sehe ich dich, dich – nicht die polizistin. dein gesicht ist noch offen und ohne visier. in der realität klafft eine utopische lücke. 

aber es gibt kein happyend. nur den moment, so unwirklich wie das, was gleich geschehen wird. dein blick. es gibt keinen platz für eine utopie.

Black Lavender
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