Belarus – Es gibt kein Zurück

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Via Pramen: Aktuelles kurzes Statement belarusischer Genoss:innen zu den gegenwärtigen Kämpfen gegen das Regime von Lukashenko.

Gestern ist die belarussische Gesellschaft aus einem langen Schlaf erwacht. Ein Traum, in dem wir die letzten 26 Jahre festgehalten wurden. Ein Traum, dass eine Diktatur die Menschen frei machen kann. Diese Lügen, die immer noch von staatlichen Kanälen und einigen Online-Plattformen verbreitet werden, werden kaum Platz in den Herzen der Menschen finden.

Die letzte Nacht hat das erweckt, was uns in den letzten Jahren gefehlt hat – den Glauben an die kollektive Stärke. Der Glaube an die Transformation trotz der Risiken. Und diese Kraft ist nicht nur in den Hauptstraßen der Hauptstadt erschienen, sondern auch in vielen kleinen Städten des Landes, wohin OMON aus Angst vor den Demonstrierenden geflohen ist. Fotos und Videos von zahlreichen Zusammenstößen mit Spezialeinheiten der Polizei haben endlich mit dem Mythos der ruhigen Weißruss:innen gebrochen, die für den Frieden beten und nicht bereit sind, Risiken einzugehen.

Lukaschenko und die gesamte Vertikale der Macht waren entsetzt über die Energie, die sich auf die Straßen des Landes ergoss. Ansonsten ist es unmöglich, die Tatsache zu erklären, dass OMON und die internen Truppen in nur wenigen Stunden der Proteste von einfachen Verhaftungen zu einem groß angelegten Krieg gegen die Bevölkerung übergegangen sind, bei dem Gummigeschosse, Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt werden. In vielen Städten hat die Polizei die Kontrolle über die Straßen völlig verloren.

Gestern wurde eine Menge Blut von der normalen arbeitenden Bevölkerung des Landes vergossen. Viele sahen, wie eine Polizeikarawane mit rasender Geschwindigkeit durch eine Menge von Demonstrierenden durchbrach. Einer von denen, die überfahren wurden, starb im Krankenhaus. Mehrere Menschen liegen noch immer auf der Intensivstation. Dutzende von Menschen werden ins Krankenhaus eingeliefert.

Viele bereiten sich bereits auf die nächste Runde der Konfrontation vor. Diejenigen, die mit dem Internet zurückgelassen wurden, lernen Molotowcocktails zu machen, Barrikaden zu errichten und suchen nach den verwundbarsten Gebieten der Kosmonauten. Wir schauen uns keine Videos mit Kätzchen an, sondern Videos, die uns zeigen, wie wir uns in Ketten legen und bei Zusammenstößen mit den Bullen die Linie halten. Wir gehen in die Einöde, um zu lernen, wie man Steine wirft. Das weißrussische Regime hat uns zu Revolutionär:innen gemacht! Es war Lukaschenko, der eine Situation geschaffen hat, in der es kein Zurück mehr gibt. Es gibt keine giftige Stabilität mehr, zu der man zurückkehren kann. Was wir gesehen haben und was wir erlebt haben, geht nicht mehr verloren.

Die Verantwortung für das vergossene Blut liegt vollständig auf den Schultern der Diktatur. Lukaschenko ist nicht bereit, ohne Blut zu gehen, und wir werden zeigen, dass nicht nur einfache Menschen bluten können. Heute werden wir um 19:00 Uhr auf die Straße gehen und Schulter an Schulter gegen die Diktatur für direkte Demokratie stehen. Für eine Gesellschaft, in der Diktator:innen und Ausbeuter:innen keinen Platz haben. Heute werden wir unsere Rebellion für eine Welt ohne eine belarussische Diktatur fortsetzen!

Wir sehen uns auf den Straßen der Städte! Wir sehen uns auf den Barrikaden!

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