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Corona-Krise: ein Zukunftsmodell

Gastbeitrag von Claus Meyer


Die Corona-Krise hat überdeutlich gemacht: Das globale Wirtschafts- und Gesellschafts-system ist weder gegenwartstauglich noch zukunftsfähig. Dennoch ist die Sehnsucht nach einer Rückkehr zum „Normalzustand“ groß, denn die Pandemie belastet uns alle auf verschiedene Arten. Doch wir sollten nicht vergessen: Der „Normalzustand“ ist kein erstrebenswertes Ziel. Wir brauchen ein anderes Modell.

Corona hat das ganze Wirtschaftsleben durcheinander gebracht. Täglich treffen die Regierenden neue Entscheidungen, um entstehende Finanzprobleme bei Personengruppen Unterstützung zu gewähren. Nachdem sich nun die schwarze Null in eine Geldflut gewandelt hat, soll damit die Wirtschaft vor vielen Zusammenbrüchen geschützt werden. Man möchte sie so erhalten, wie sie vor Corona verlassen wurde. Die Regenten wollen mit Geld jede Hilfe leisten, sogar Prämien sollen gestützt werden. Es zeugt von den Bedenken, dass nach Ende Corona ein großer Einbruch der Wirtschaft bevorsteht, daher diese Großzügigkeit. Dann tauchen auch noch Ausdrücke wie Wiederaufbau-Programm auf, die zeigen, dass nicht ein Gedanke an die Klimaprobleme im Vordergrund steht.

Die BRD und auch die EU soll wieder in den „Normalzustand“ zurückkehren oder zumindest vor finanziellen Zusammenbrüchen gerettet werden, wobei das nötige Gemeinschaftsdenken schon länger eine Fehlanzeige ist. Anscheinend möchte jeder, der etwas zu sagen hat, den anderen bei der Geldmenge noch übertreffen.
Bei vielen Treffen wird vereinbart, wie die gerade anstehenden Detail-Probleme nur durch weitere Geldschöpfungen zu lösen sind. Und anscheinend lassen sich Probleme nur mit Geld lösen. Das Problem dabei ist nur, dass es sich bei der Geldgewinnung um Schuldgeld handelt, das eines Tages getilgt werden muss. Man belastet die nächste Generation, aber darüber spricht man nicht. Da hat man Schwierigkeiten geschaffen, die sich sehr viel später sehr negativ auswirken werden.

Im Augenblick zeigt das heutige Geldsystem sein wahres Gesicht. Statt alle Kraft auf die Klimarettung zu setzen, wird versucht, die Wirtschaft egal wie wieder zur „Normalität“ zurückzuführen. Dabei kommt es nicht darauf an, was gefertigt wird, Hauptsache ist, dass die Wirtschaft brummt. So soll dann über Steuern wieder Geld in die Staatskasse kommen. Ist das nicht ein wenig engstirnig.

Dabei sind es zur Zeit die Banken und auch die Europäische Zentralbank, die augenblicklich auch vor einem Crash stehen und dabei auch keine Lösung parat haben, so steht das gesamte Finanzsystem auf sehr wackeligen Füßen. Das ist also zusätzlich eine Gefahr, die nicht einmal von den Medien erwähnt wird. Da werden Konjunkturprogramme, auch unter dem schönen Namen Wiederaufbauprogramm aufgelegt, nicht um Mängel zu beseitigen, nein, nur dass wieder Geld in die Staatskasse gespült wird. Und mit den Programmen stützt man nur die Industrie.
Dabei gehören auch Börsen und Aktien abgeschafft, sie waren immer nur die Spielwiese der Wohlhabenden. Sie sind mitverantwortlich für die Ausbeutung von Mensch, Natur und Umwelt. Dieses so unsinnige und schädliches Verhalten passt nicht mehr in die heutige Zeit. Nur mit mehr Vernunft darf der Spezies Mensch noch ein Dasein zugestanden werden.

Und deshalb muss schnellstens ein Umsteuern einsetzen. Ein anderes Geldsystem (z.Bsp. MMT) zusammen mit dem bedingungslosem Grundeinkommen wäre dagegen in der Lage, solche Probleme ganz unkompliziert zu lösen. Alle Beschäftigten wären wegen einer Pandemie doch durch das BGE nicht in eine prekäre Finanzsituation geraten. Das BGE stützt dann weiterhin alle Beteiligten ,ohne dass ein Zusatzaufwand erforderlich wäre. Dann sind auch Firmen nicht gezwungen, aus diesem Grund Konkurs anzumelden. So wird auch bei einer Pandemie kein Problem entstehen.Wenn also im besseren Geldsystem über Steuern dann die großen Energie-Verschwender in ihre Schranken gewiesen werden, dann hätten Steuern hier den Namen Steuern verdient. Hier können finanzielle Mittel greifen, um die Klimakrise anzupacken.

Dazu gehören auch Veränderungen, um den Lebensunterhalt aller nachhaltiger zu gestalten.Gleichzeitig stände durch das BGE der Zusammenhalt von Familie und Gesellschaft wieder im Vordergrund.
Und hier können die Erkenntnisse über die Einschränkungen wegen Corona sehr hilfreich sein, sie zeigen schon mögliche Wege auf, die zum Schutz des Klimas so nötig sind. Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum, welch ein Vorteil, wenn im Vollgeldsystem gearbeitet wird, um Probleme zu lösen, aber nicht, um mit Steuern die Staatskasse zu füllen.

Hier zeigt sich der große Vorteil des MMT-Systems, da das Geld vom Staat direkt erzeugt wird und alle Steuern nur noch der Geldabschöpfung dienen. Steuern sind dann hilfreich, um gerade die extremen Schädigungen von Erde und Natur einzuschränken.

Jedes Land muss natürlich Eigentümer einer eigenen Währung sein, jedes Land darf nur für die eigene Geldschöpfung verantwortlich sein. Die heutige Gemeinschaftswährung des Euro war von Beginn an mit Problemen behaftet und stürzte Südeuropa in große Schwierigkeiten. Keiner möchte gern die Schulden eines Anderen übernehmen. Bankenrettungen wären nicht nötig, da Banken nur zu Verwaltern von Geld geworden sind, sie dürfen selbst kein Geld erschaffen, damit haben Spekulationen ein Ende.

Mit der direkte Demokratie kommt der Wille des Volkes Wille zum Tragen, die Machtkämpfe der Parteien nehmen viel Zeit in Anspruch, Spenden beeinflussen Entscheidungen. Die großen Unternehmen in den Händen Weniger müssen durch Genossenschaften ersetzt werden, wobei die Mitarbeiter auch Mitinhaber sind. Firmen sind dann nicht zur Gewinnmaximierung verdammt, sondern haben die Aufgabe, notwendige Leistungen zur Versorgung aller zu erbringen. Welch ein Fortschritt, wenn Firmen wegen finanzieller Probleme nicht mehr gerettet werden müssen. Welch ein Fortschritt, wenn der Inhaber nicht eine Firma einfach schließen oder verlagern kann, Inhaber sind dann ja alle Mitarbeiter. Firmen können nicht mehr pleite gehen, da bei einem Umsatzeinbruch eben alle Firmenmitglieder ihre Ansprüche einschränken können. Endlich würde dem Geld nicht mehr die Beachtung von heute, sondern allein als ein Hilfsmittel angesehen werden. Dann ist es auch unnötig, Arbeitsplätze zu schaffen, Arbeit gibt es genug.

Alles das kann man als Utopie abtun, nur dann werden die entstehenden Schäden ein Ausmaß annehmen, die irreparabel sind. Aber ein wenig Nachdenken sollte hilfreich sein. Man braucht nur einmal den Vorhersagen der Wissenschaftler folgen. Ein Ändern ist doch möglich, wenn endlich erkannt wird, wie viel Unglück gerade dieses Geldsystems in die Welt gebracht hat, wie viel Abhängigkeiten und Sklaventum geschaffen wurde. Wie viel Menschen leben unter unsagbaren Zuständen. Das heutige Geld schafft Superreiche, deren Luxus in keinem Verhältnis zu ihrer Leistung steht. Ob wir wollen oder nicht, wir sind mitverantwortlich für diese unzumutbaren Zustände, die immer noch herrschen. Und es ist das Geldsystem, das menschengemacht und mit so wenig Aufwand geändert werden kann.
Jeder Einzelne ist deshalb gefordert, Verantwortung zu übernehmen, um diese Entwicklungen nicht nur zu stoppen, sondern solche neuen Wege zu beschreiten, die aus der zivilisatorischen Sackgasse führen.

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